Philippinische Anti-Korruptionskämpferin und Regierungskritikerin im Ruhestand

In den Philippinen ist eine der letzten hochrangigen Kritikerinnen von Präsident Duterte aus dem Amt geschieden. Conchita Carpio-Morales, bislang Chefin der höchsten Behörde zur Korruptionsbekämpfung, wurde durch einen regierungstreuen Richter ersetzt.

Conchita Carpio-Morales

Conchita Carpio-Morales ist eine scharfe Kritikerin Dutertes Bild: AFP

Manila, Philippinen – In den Philippinen ist eine der letzten hochrangigen Kritikerinnen des umstrittenen Präsidenten Rodrigo Duterte aus dem Amt geschieden. Conchita Carpio-Morales, bislang Chefin der höchsten philippinischen Behörde zur Korruptionsbekämpfung, wurde am Donnerstag durch den Richter Samuel Martires ersetzt. Martires gilt als treuer Gefolgsmann Dutertes.

Die 77-jährige Morales hatte in der Vergangenheit den Zorn des Präsidenten auf sich gezogen, weil sie dessen brutales Vorgehen gegen Drogenkriminalität kritisiert und wegen schwarzer Kassen gegen Duterte ermittelt hatte. Duterte beschuldigte Morales der Verschwörung und drohte, sie ihres Amtes zu entheben.

Seit Dutertes Amtsantritt im Jahr 2016 tötete die philippinische Polizei nach eigenen Angaben rund 4400 Menschen, die sie als Drogenkriminelle ausgemacht hatte. Menschenrechtsgruppen gehen davon aus, dass die Zahl mindestens dreimal so hoch ist. Auch gegen Kritiker in Politik und Institutionen geht Duterte rücksichtslos vor.

Morales ließen die Drohungen unbeeindruckt. „Ich weiß, dass ich bei meiner eigenen Arbeit im Recht bin, also warum sollte ich Angst haben?“, sagte sie wenige Tage vor ihrer Pensionierung der Nachrichtenagentur AFP. Für ihre Bemühungen im Kampf gegen Korruption auf den höchsten Ebenen wurde Morales 2016 mit dem Ramon-Magsaysay-Preis ausgezeichnet, der häufig als Nobel-Preis Asiens bezeichnet wird.

Quelle

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