Handelskrieg zwischen USA und China – Chance für Billiglohnländer wie die Philippinen

Immer mehr ausländische Produzenten ziehen aus China ab

Wegen des immer weiter steigenden Drucks durch US-Zölle auf chinesische Waren, schließen ausländische Produzenten ihre Fabriken in China.

Handelskrieg USA China

Ausländische Unternehmen beginnen aus China abzuziehen, da die US-Zölle ihre Gewinne zu schmälern drohen.

Die Abwanderungen verstärkt den Trend, dass ausländische Unternehmen China verlassen – der schon vor dem Handelskrieg zwischen den USA und China begonnen hat. Da die Betriebskosten in China aufgrund steigender Löhne und Immobilienpreise gestiegen sind, suchen viele multinationale Unternehmen nach günstigeren Produktionsstandorten.

Das Spektrum der ausscheidenden Unternehmen reicht von Startups bis hin zu großen Herstellern.

Nathan Resnick, CEO des Startups Sourcify, das Unternehmen bei der Herstellung von Produkten im Ausland unterstützt, sagte dem Forbes Magazin, dass die US-Zölle die Produktion in China weniger attraktiv gemacht hätten.

„Wenn all diese Zölle kommen, warum nicht einige der Produktionen woanders hinverlegen? Unternehmen sagen, dass die Sorge über diese Zölle die Anreize zur Produktion in China verringert hat“, erklärt Resnick. Er fügte hinzu, dass viele Firmen China ohnehin verlassen hätten, da die Arbeitskosten für weniger qualifizierte Arbeitskräfte derzeit in Ländern wie Indien, Bangladesch, Vietnam, den Philippinen und Mexiko günstiger seien.

Anfang Juli sagte Takeshi Sugiyama, CEO und Präsident von Mitsubishi Electric, der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo, dass das Unternehmen den Kauf von Autoteilen aus China einstellen und stattdessen aus Thailand und anderen Ländern importieren werde.

Im Mai schloss der südkoreanische Technologiekonzern Samsung eine Fabrik im Produktionszentrum von Shenzhen City in Südchina, die Flüssigkristall-Fernsehbildschirme (LCD) für den Export herstellte. Mit den Plänen über mögliche steigende US-Zölle auf chinesische Waren von 10 % auf 25 %, wächst die Sorge über zukünftig sinkende Gewinne an chinesischen Produktionsstandorten.

Firmen schließen Fabriken in China

Immer mehr Unternehmen, wenden sich Südostasien für ihre Produktionsstandorte zu.

Zum Beispiel sagte ein Vertreter von Kerry Logistics Network, ein auf Supply-Chain-Lösungen spezialisiertes Unternehmen, dass die Kunden seiner Firma bereits begonnen hätten, Produktionslinien nach Malaysia und in andere südostasiatische Länder zu verlagern. Diese hätten dorts bereits Produktionsstätten, gab Kerry Logistics Network gegenüber der South China Morning Post zu verstehen.

Die Hersteller haben bereits im März Maßnahmen ergriffen, um US-Zölle zu vermeiden. Die jüngsten Zölle betreffen chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar – von Lebensmitteln über Kosmetikprodukte bis hin zu Möbeln.

Ein anderer Grund für die Abwanderung ist Pekings Aufwertung des verarbeitenden Gewerbes hin zu Hightech-Produkten. Damit soll die Wertschöpfungskette verbessert werden, um im globalen Wettbewerb zu bestehen. Da China bei Technologien wie der Herstellung von Halbleiterchips jedoch noch keinen Durchbruch erzielt hat, könnte der Ausstieg ausländischer Hersteller zu Schwierigkeiten führen.

Einige ausländische Hightech-Hersteller verlassen bereits das Land. Omron Corporation, ein japanisches Elektronikunternehmen, gab am 16. Juli die Schließung seiner Fabrik in Suzhou City bekannt. Das Unternehme ist auf Fabrikautomatisierungssysteme und elektronische Komponenten spezialisiert.

Im Juni kündigte AU Optronics, ein taiwanesischer Elektronikhersteller – der zu den weltweit größten Herstellern von TV-Panels gehört – die Schließung seines Werkes in Shanghai an.

Der japanische Elektronikhersteller Nitto Denko nannte im Januar steigende Lohnkosten, als er ankündigte, den chinesischen Markt zu verlassen und seine Fabrik in Suzhou zu schließen.

Quelle

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