Jeepneys auf den Philippinen – Bye-bye, knallbunter Kleinbus

Jeepney

Bild 1: Was in London die roten Doppeldeckerbusse und in Bangkok die Tuk-Tuks sind, sind in Manila, der Hauptstadt der Philippinen, die Jeepneys. Seit fast 70 Jahren transportieren die knallbunten Kleinbusse Personen und Fracht.

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Bild 2: Obwohl die umgebauten Militär-Jeeps aus dem Straßenbild Manilas nicht mehr wegzudenken sind, gibt es ein Problem – die mit alten Dieselmotoren ausgerüsteten Fahrzeuge sind wahre Drecksschleudern.

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Bild 3: Die Regierung von Präsident Duterte will Fahrzeuge, die älter als 15 Jahre sind, daher nun aus dem Verkehr ziehen und sie durch Elektrobusse ersetzen. Viele fürchten daher, dass das Nationalsymbol langsam verschwindet.

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Bild 4: Bei den Bewohnern sind die Jeepneys ein beliebtes und günstiges Verkehrsmittel. Pro Fahrt werden neun Peso fällig, umgerechnet gerade mal 14 Cent. Die Jeep-Busse kamen mit den Amerikanern in die Stadt. Die ersten Modelle wurden aus Willys-Jeeps gebaut, die die US-Soldaten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr mit nach Hause nehmen wollten.

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Bild 5: Die Idee dazu hatte Leonardo Sarao, ein Kfz-Mechaniker von den Philippinen. Er zog ein Metalldach über den US-Jeep, baute hinten eine Tür zum Ein- und Aussteigen und davor zwei Bänke mit Vinylbezug ein, auf denen die Passagiere seither einander zugewandt sitzen. Daraus entstand auch die Firma Sarao Motors. An den Jeepneys hat sich seitdem in all den Jahrzehnten nichts geändert.

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Bild 6: Aktuell sind auf den Philippinen mehr als 240.000 Jeepneys angemeldet, davon mehr als 70.000 in Manila. Hinzu kommen 100.000 Kleinbusse, die ohne offizielle Erlaubnis unterwegs sind. Die Zeiten, in denen bei Sarao Motors noch jeden Tag ein Auto vom Band lief, sind allerdings vorbei. Pro Jahr sind es nur noch etwa 40. Der Sohn des Firmengründers, Ed Sarao, sagt: „Wir brauchen 60 bis 90 Tage für ein Exemplar. Unsere Busse sind maßgeschneidert. Und so gemacht, dass sie halten.“

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Bild 7: Die „Könige der Straße“ – wie die Filipinos die Transporter gerne nennen – haben allerdings eine schlechte Pannenbilanz. Insbesondere die in die Jahre gekommenen Modelle versagen zunehmend oft ihren Dienst.

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Bild 8: Die Bezeichnung Jeepney entstand aus der Verbindung der Wörter Jeep und Jitney. Wobei letztere eine Bezeichnung für eine Art Kleinbus oder ein Sammeltaxi ist.

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Bild 9: Hier zu sehen ist eine kleinere Version eines Jeepneys. Die Fahrzeuge für vier bis sechs Personen dienen oft der privaten Nutzung und werden von den Besitzern häufig aus Einzelteilen selbst zusammengebaut.

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Bild 10: Noch sind die Jeepneys ein gängiges Verkehrsmittel auf den Philippinen, allerdings auch nicht das sicherste. Die Passagiere hinten haben keinen Sicherheitsgurt. Unfälle gehen daher oft mit schweren Verletzungen einher.

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Bild 11: Der Autobauer PHUV Incorporated hat inzwischen einen Elektro-Jeepney entwickelt. Ein Blick in die Fertigungshallen zeigt, wie hier die elektrisch angetriebenen Jeepnys gefertigt werden. Die neuen Modelle haben nicht nur ein verändertes Design. Künftig soll es mehr als die bislang zwölf Sitzplätze geben. Die Tür ist an der Seite. Außerdem sollen die neuen Jeepneys auch mit drahtlosem Internet und einer Klimaanlage ausgerüstet werden.

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Bild 12: Firmenchef Sarao verspricht bei aller Modernisierung aber auch: „Wir werden weiterhin die klassischen Jeepneys bauen. Die Liebesgeschichte der Filipinos mit dem Jeepney wird nie zu Ende gehen.

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Bild 13: Seit den Sechzigerjahren werden übrigens keine original Jeep-Teile mehr verbaut. Erst wurden die Motoren knapp und durch japanische Lastwagenmotoren ersetzt. Kurz danach wurden auch die Karosseriekomponenten zur Mangelware, die seitdem von philippinischen Karosseriebauern in Handarbeit hergestellt werden.

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