Programmhinweis: Im Schatten der Netzwelt – The Cleaners

The Cleaners

Die sehenswerte Dokumentation „Im Schatten der Netzwelt – The Cleaners“ über Content-Moderatoren auf den Philippinen findet sich die kommenden Tage in der ARTE-Mediathek.

Manila, Philippinen – Am Dienstag Abend, 28. August 2018 sendet Arte um 21:50 die sehenswerte deutsche Dokumentation „Im Schatten der Netzwelt – The Cleaners“ von Hans Block und Moritz Risewieck. Es geht um Content-Moderatoren auf den Philippinen. Einige davon berichten als Whistleblower über ihre Arbeit bei Dienstleistern, die wiederum für große Unternehmen wie Facebook Inhalte moderieren. Zumindest die kommenden Tage ist der Film noch in der ARTE-Mediathek zu sehen.

Ich fand den Film inhaltlich wie ästhetisch eindrucksvoll. Er regt zum Nachdenken an, sowohl darüber, wie wir als Gesellschaft mit heiklen Inhalten wie Hassbotschaften umgehen, als auch über Fragen der Arbeitsbedingungen der Moderatoren.

Soziale Medien beeinflussen das Weltgeschehen. Pro Minute entstehen 500 Stunden Videomaterial auf YouTube, 450.000 neue Tweets auf Twitter, 2,5 Millionen Posts auf Facebook. Doch wer entscheidet, was die Welt zu sehen bekommt? Auf den Philippinen arbeiten Zehntausende Content-Moderatoren, die Unmengen an Bildern sichten. Ihre Arbeit wirft Fragen von Zensur auf.

Der Regisseur Hans Block wird auch auf unserer kommenden „Das ist Netzpolitik!“-Konferenz am 21.9. in der Volksbühne Berlin über den Film, die Recherchen und die Hintergründe mit uns diskutieren.

Dem Film voraus gingen Recherchen von Moritz Risewieck, über die wir vor zwei Jahren schon berichtet hatten: Die digitale Müllabfuhr: Kommerzielle Inhaltsmoderation auf den Philippinen.

Der Theaterregisseur Moritz Riesewieck hat auf den Philippinen recherchiert. Er hat Moderatoren gesucht, mit Gewerkschaftern und Psychologen gesprochen. In einer szenischen Lesung erzählt er von der Angst der jungen Akademiker, die für philippinische Moderationsfirmen wie TaskUs für Tinder moderieren, über ihre Arbeit zu erzählen. Denn alle müssen Schweigeverpflichtungen (NDAs) unterschreiben. Ihnen drohen Strafen, wenn sie reden. Die Jobs sind zwar nicht schlecht bezahlt für philippinische Verhältnisse, doch sie hinterlassen Spuren. Zu den psychologischen Folgen des Jobs gehört, dass einen die Bilder nach Feierabend nicht loslassen. Viele Moderatoren klagen über Beziehungs- und Alkoholprobleme, mit denen sie alleine gelassen werden.

Quelle

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Auswandern auf die Philippinen – Tablas Sunshine Village