FA: Erst Hitler-Vergleich – jetzt Reise nach Israel

Wegen seines konsequenten Vorgehens gegen Drogenabhängige hat der philippinische Präsident schon oft eine Parallele zu Hitler gezogen. Jetzt will er an der Einweihung eines Holocaust-Denkmals in Israel teilnehmen.

duterte

Manila, Philippinen – Zum ersten Mal seit 1957 soll ein philippinischer Präsident im September israelischen Boden betreten: Wie die israelische Tageszeitung „Haaretz“ berichtet, will das derzeitige Staatsoberhaupt der Philippinen Rodrigo Duterte einen viertägigen Staatsbesuch nach Israel unternehmen.

Geplant ist ein Treffen mit dem israelischen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und  Präsident Reuven Rivlin. Gemeinsam wollen sie Yad Vashem in Jerusalem besuchen, die bedeutendste Gedenkstätte der Judenvernichtung im Nationalsozialismus.

Anschließend soll Duterte an einer Einweihungszeremonie von einem Denkmal anlässlich der von Filipinos geretteten Juden während des Holocausts teilnehmen. Brisant daran: 2016 verglich der philippinische Präsident seine Kampagne gegen Drogendealer und sich selbst mit Hitlers Vorgehen im Holocaust, indem er ankündigte, Drogendealer zu töten, so wie Hitler damals Juden tötete.

„Hier ist kein Platz für einen Massenmörder“

„Kritiker nennen mich Hitlers Cousin“, sagte Duterte, „Hitler hat drei Millionen Juden massakriert und wir haben hier drei Millionen Drogenabhängige. Die werde ich auslöschen.“

Später entschuldigte sich Duterte für seine Worte und besuchte eine Synagoge in der philippinischen Stadt Makati während des jüdischen Neujahrsfestes.

Dutertes geplanter Besuch stößt vor allem bei israelischen Menschenrechtlern auf Unverständnis. In einem offenen Brief an Präsident Rivlin forderten sie, das Treffen mit Duterte abzusagen. „Es gibt hier keinen Platz für einen Massenmörder und eine Person, die die Vergewaltigung von Frauen duldet und unterstützt“, heißt es in dem Brief.

Quelle

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