Brauchen die Philippinen wieder einen Diktator wie Ferdinand Marcos?

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Ferdinand „Bonbong““ Marcos Jr. (li.) der Sohn des verstorbenen Diktators Marcos (mi.) und Präsident Rodrigo Duterte.

Manila, Philippinen – Präsident Rodrigo Duterte sagte am Donnerstag, 30. August 2018, dass es für die Philippinen besser wäre, „einen Diktator wie Marcos zu haben“, als eine Führerin wie Vizepräsidentin Leni Robredo.

Duterte, der zuvor Marcos als „einen der hellsten Filipinos“ bezeichnet hatte, sagte, illegale Drogen und Korruption würden die Philippinen weiterhin heimsuchen, wenn er Kritik nachgibt und seine Kampagnen stoppt.

Duterte, der Robredos Kompetenz als Führerin wiederholt in Frage gestellt hatte, sagte, dass er eine Militärjunta oder Politiker wie den besiegten Vize-Präsidentschaftskandidaten Ferdinand „Bongbong“ Marcos Jr. und Senator Francis Escudero bevorzuge.

Im November 2016 erlaubte Duterte die Bestattung des ehemaligen Präsidenten Marcos im Libingan ng Mga Bayani (Heldenfriedhof in Manila)Diese Entscheidung von Duterte löste eine Verurteilung sowohl von Menschenrechtsgruppen als auch von der Öffentlichkeit aus.

Marcos, dessen 20-jährige Präsidentschaft mit Vorwürfen von Menschenrechtsverletzungen und Korruption befleckt war, wurde während der EDSA People Power Revolution 1986 verdrängt.

Kritiker behaupten, in den 2 Jahren der Präsidentschaft von Rodrigo Duterte seien bereits mehr Menschen dem Terror zum Opfer gefallen, als während der Zeit der Diktatur von Marcos.

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Die Familie des verstorbenen Diktators weigert sich beharrlich den Verbleib von etwa 10 Milliarden US-Dollar preiszugeben, die Ferdinand Marcos dem philippinischen Volk gestohlen hat und in Ausland brachte.

Nachdem Duterte Marcos gelobt hatte, schmälerte er die Fähigkeiten der Vizepräsidentin und Oppositionsführerin Leni Robredo. Robredo gehört zur Liberalen Partei, der politischen Opposition während des Marcos-Regimes.

Seit Wochen greift Duterte die Vizepräsidentin politisch und verbal an, so behauptete der Präsident Naga, die Heimatstadt Robredos, sei eine Brutstätte zur Herstellung von Shabu und suggerierte damit das die Vizepräsidentin und ihre Familie Verbindung zum organisierten Verbrechen hat.

„Das ist eine große Ohrfeige für alle, besonders für jene, die sich darum bemühen, die Stadt von illegalen Drogen zu befreien“, gab Robredo zurück.

Der Stadtrat von Naga nannte die Aussage des Präsidenten „Verruf“. Der Naga-Rat plant, eine Entschlossenheitsresolution einzureichen, um Duterte’s jüngste Aussage zu verurteilen, dass die Stadt eine Brutstätte für „Shabu“ sei. Auch die Polizei widersprach Duterte und sagte, Naga City habe sicher ein Problem mit der Kriminalität, wie alle Großstädte, sei aber bestimmt keine Brutstätte für „Shabu“.

Duterte versucht mit seinen Verbalangriffen den Sohn des verstorbenen Diktators Ferdinand Marcos politisch zu etablieren, nachdem dieser im Wahlkampf um die Vizepräsidentschaft Leni Robredo unterlag. Auch Duterte zweifelte in der Vergangenheit den Wahlsieg der Vizepräsidentin an.

Aber auch andere politische Gegner sehen sich immer härteren Beleidigungen durch Duterte ausgesetzt.

Duterte sagte am Montag, er sei überrascht gewesen, wie Senator Trillanes, ein ehemaliger Marineoffizier, die philippinische Militärakademie „aufgrund seines Charakters, seines Mundes und seines niedrigen IQ“ verlassen konnte.

Trillanes absolvierte cum laude von der PMA mit einem Bachelor of Science in Naval Systems Engineering im Jahr 1995. Er hat auch einen Master-Abschluss in öffentlicher Verwaltung von der Universität der Philippinen-Diliman.

Der oppositionelle Senator ist ein lautstarker Kritiker des umstrittenen Drogenkriegs des Präsidenten und seiner Politik im Konflikt um den Südchinesischen Meer.

Redaktion

 

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