Duterte nur einer von Vielen – Netanyahu und die starken Männer

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Manila, Philippinen – Der Israel-Besuch von Rodrigo Duterte löst eine Debatte um die Außenpolitik von Benjamin Netanyahu aus. Dessen Nähe zu autoritären Figuren stößt zunehmend auf Kritik.

«Ein sehr problematischer Mann besucht heute Israel», erklärte die ehemalige Aussenministerin Tzipi Livni am gestrigen Sonntag. Anlass ist die offizielle Visite von Rodrigo Duterte. Der Präsident der Philippinen gilt nicht zuletzt dank einer mörderischen Kampagne gegen Drogen-Dealer und -Süchtige als skrupelloser Autokrat. Duterte kommt mit einer grossen Delegation von Politikern, Militärs und Geschäftsleuten nach Israel.

Neben dem obligatorischen Besuch der Gedenkstätte Jad Vashem wird der Präsident der Enthüllung eines Denkmals für die Rettung von Juden auf den Philippinen während des Holocaust beiwohnen. Aber im Vordergrund des Besuchs stehen Gespräche über den Ankauf israelischer Waffen etwa für die Polizeikräfte der Insel.

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Die Visite bewegt nicht alleine Livni zu Protesten. Auch Medien und Menschenrechts-Organisationen kritisieren, dass Premier Netanyahu dem «starken Mann» aus Manila mit offenen Armen empfängt. Seine Gegner werfen Netanyahu ohnehin vor, zunehmend autoritäre Figuren zu umwerben. So hat sich der Premier in den letzten Monaten mit Viktor Orban aus Ungarn, Wladimir Putin und dem ruandischen Staatsoberhaupt Paul Kagame getroffen.

Unterstützer Netanyahus sehen darin eine kluge Realpolitik: Immerhin haben Ungarn und die Philippinen nicht für eine UN-Resolution gegen die Verlegung der amerikanischen Botschaft nach Jerusalem gestimmt. Mit Blick auf die Turbulenzen in der Region und die zunehmenden Spannungen über den «Friedensprozess» mit den Palästinensern tue Netanyahu gut daran, Freunde ausserhalb westlicher Demokratien zu suchen.

Das «Wall Street Journal» zitiert in einem aktuellen Bericht jedoch auch israelische Stimmen, die vor allzu großer Nähe zu «dubiosen Figuren wie Duterte» warnen: Israel repräsentiere ethische Werte, die nicht leichtfertig aufgegeben werden sollten.

Quelle

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