Friedensprozess auf Mindanao durch Bomben in Gefahr

abu sayyaf

Manila, Philippinen – Nach einer Serie von Bombenanschlägen auf der philippinischen Insel Mindanao warnen hochrangige Katholiken und Muslime vor einem Scheitern des Friedensprozesses.

Der Erzbischof von Cotabato, Kardinal Orlando Quevedo, appellierte an muslimische Rebellengruppen, bei der Suche nach den Verantwortlichen für den jüngsten Bombenanschlag zu helfen, berichtet der asiatische Pressedienst „Ucanews“ am Donnerstag. Quevedo gehört zu den führenden Persönlichkeiten im Friedensprozess auf Mindanao. Bei dem Anschlag am 2. September kam ein Katechet ums Leben.

Seit Ende Juli starben bei Attentaten auf Mindanao mindestens ein Dutzend Menschen. Die Anschläge sollen nach Erkenntnissen der Sicherheitsorgane auf das Konto der terroristischen „Bangsamoro Islamic Freedom Fighters“ gehen, die der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) die Treue geschworen haben. Der Chef der Rebellenmiliz „Moro Islamic Liberation Front“ (MILF), Mohagher Iqbal, warnte, „Gegner des Friedens“ wollten durch Anschläge den Friedensprozess zum „Entgleisen“ bringen.

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1 Toter, 15 Verwundete bei einem weiteren Bombenanschlag in Sultan Kudarat

Anfang August unterzeichnete Staatspräsident Rodrigo Duterte das „Bangsamoro Organic Law“ (BOL) genannte Gesetz zur Schaffung der muslimischen autonomen Region Mindanao (BARMM). Kardinal Quevedo hält das Gesetz für „akzeptabel“, wenn auch nicht optimal. Insgesamt schaffe es eine „Win-Win-Situation“ für alle Seiten.

Mit der autonomen Region für Muslime soll nach Jahrzehnten blutiger Konflikte auf Mindanao die Grundlage für einen dauerhaften Frieden geschaffen werden. Das BOL basiert auf einem Friedensvertrag zwischen der Zentralregierung in Manila und der MILF. Im vier Jahrzehnte währenden bewaffneten Kampf der Muslim-Rebellen auf Mindanao kamen rund 150.000 Menschen ums Leben.

Quelle

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