McDonald’s merkte es nicht: Filipino hängt eigenes Poster in Filiale

McDonald’s merkt es nicht: Ein Filipino hat ein eigenes Poster in einer Filiale aufgehängt. Nun ziert das Gesicht des Mannes, der Asiaten in den Medien unterrepräsentiert findet, seit zwei Monaten die Wand.

McDonald's merkte es nicht: Filipino hängt eigenes Poster in Filiale

Fast lebensgroß: Christian Toledo (links) und Jevh Maravilla haben dieses Poster, das sie selbst zeigt, unbemerkt in einem McDonald’s aufgehängt. Nun haben sie via Twitter auf die Aktion hingewiesen.© Screenshot: twitter.com/Jevholution

Manila, Philippinen – So passiert ist das in den USA – in Houston im Bundesstaat Texas. Hinter der witzigen Aktion steckt Jevh Maravilla. Vor knapp zwei Monaten hatte der Student mit seinem Freund, Christian Toledo, in einem McDonald’s in Houston gesessen und dabei bemerkt, dass die Poster an der Wand keine Asiaten zeigten. Das fand Jevh Maravilla, der seine Wurzeln auf den Philippinen hat, ziemlich schade.

Da fiel die Entscheidung, diesen Umstand zu ändern. Jevh Maravilla und Christian Toledo ließen sich neben einem Backsteingebäude in der Nachbarschaft fotografieren – natürlich stilecht beim Halten eines Cheeseburgers und einer Pommes-Packung in der Hand. Mit ein paar gekonnten Handgriffen wurde das Foto so bearbeitet, dass es ins Design-Schema der anderen Bilder in der Filiale passte – unter anderem wurden bunte Kreise ins Motiv eingefügt.

Als Mitarbeiter von McDonald’s verkleidet

Das Bild bestellte das Duo im Internet – es wurde auf eine stabile Platte gedruckt. Doch das fertige Motiv war nur die halbe Miete. Denn noch hing das Bild nicht an der Wand. Für dieses Problem fanden die Jungs aber eine recht kreative Lösung. Jevh Maravilla besorgte sich in einem Laden ein T-Shirt von McDonald’s. Er bastelte sich noch ein Namensschild, auf dem er als Mitarbeiter namens Jeff Bergara für die Koordination von Innenausstattung der Fastfood-Kette aufgeführt wurde.

In der Filiale halfen ihm dann seine Freunde, das eigene Werk aufzuhängen. Seither hängt es dort – offenbar völlig unbemerkt.

Jevh Maravilla twitterte nun über die Aktion. Der Tweet, der ihn mit seinem „Komplizen“ zeigte, ging viral um die Welt. Auf einem der Bilder zum Tweet sieht man Jevh Maravilla und Christian Toledo direkt vor ihrem Foto in der Filiale sitzen. Darunter schreibt Jevh Maravilla: „Ich bemerkte da diese leere Wand bei McDonald’s. Also beschloss ich, ein gefälschtes Poster von mir und meinem Kumpel zu machen. Jetzt ist es 51 Tage her, seit ich es aufgehängt habe.“

Knapp eine Million Likes hatte der Tweet am 6. September. Und die Kommentare der Twitter-Nutzer sind fast alle positiv. Insbesondere die Botschaft des Streichs kommt gut an. Denn es ging Maravilla nicht einfach darum, Schabernack zu treiben. Es ging ihm darum, dass „Asiaten in den Medien insgesamt nicht häufig repräsentiert sind.“ Jevh Maravilla hofft: „Vielleicht können wir das ändern.“

Aktion bei McDonald’s auf Youtube

Jevh Maravilla hat einen eigenen Youtube-Kanal. Mit knapp über 2000 Abonnenten (Stand: 6. September 2018) ist es ein eher kleiner Kanal in Zeiten erfolgreicher Video-Influencer. Dort hat er die ganze Aktion ebenfalls veröffentlicht. Es gibt eine Art Making of zur Poster-Aktion in Houston.

Das Management von McDonald’s in den USA hat sich bislang noch nicht zu dem Fall in Houston geäußert.

Das sagt McDonald’s in Deutschland

Wir haben bei McDonald’s Deutschland gefragt, ob sich der Fall auch in Deutschland herumgesprochen hat. Markus Weiß, stellvertretender Unternehmenssprecher, antwortete uns: „Ja, auch wir haben über die internationalen Medien von diesem Fall erfahren.“ Einen ähnlichen Fall habe es laut Weiß aber bisher noch nicht in der Bundesrepublik gegeben.

Wenn es dazu kommen sollte, dann liegt die Entscheidung über die Konsequenzen einer solchen Aktion nicht grundsätzlich bei McDonald’s. Weiß erklärt: „90 Prozent der McDonald’s Restaurants in Deutschland werden von Franchisenehmern betrieben, die als eigenständige Unternehmer auch in solchen Fällen autark entscheiden.“ Wie Konsequenzen aussehen könnten, lasse sich nicht generell sagen, da solche Fälle immer im Einzelnen betrachtet werden müssten.

Und wie sieht es mit der Bebilderung deutscher Filialen aus? Markus Weiß berichtet gegenüber unserer Zeitung: „Wir haben eine Vielzahl von unterschiedlichen Designs in unseren knapp 1500 Restaurants in Deutschland und gestalten jede Filiale individuell – auch den Wandschmuck. In der Motivauswahl finden sich ebenfalls Bilder, die Menschen asiatischer Abstammung zeigen.“ Weiß betont, wie wichtig internationale Vielfalt als Bestandteil der Unternehmenskultur ist: „Wir leben die kulturelle Vielfalt und Integration durch tägliche Begegnung bereits seit langem, sowohl als Arbeitgeber als auch als Gastgeber. Wir beschäftigen Menschen aus 121 verschiedenen Nationen und begrüßen täglich über zwei Millionen Gäste mit den verschiedensten kulturellen Hintergründen.“

Quelle

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