Fast-Food-Kette Jollibee tritt an die USA zu erobern

Ein philippinischer Fast-Food-Koloss schaltet nun einen Gang höher, um die USA zu erobern.

jollibee

Jollibee, die erfolgreichste Fast-Food-Kette der Philippinen, möchte nun auch den US-amerikanischen Markt erobern.

Manila, Philippinen – Es scheint so, als sei an jeder Ecke auf den Philippinen ein Jollibee zu finden. Genau genommen ist dies eine der wenigen Fast-Food-Ketten, die es trotz der starken Konkurrenz durch McDonalds geschafft hat, im eigenen Land Marktführer zu bleiben.

Obwohl McDonalds derzeit sogar seine Expansion in Asien vorantreibt, behauptet sich Jollibee auf den Philippinen nach wie vor mit etwa doppelt so vielen Filialen wie der amerikanische Fast-Food-Riese.

Aber nicht nur das: Jetzt will Jollibee sich zudem auch noch auf dem Heimatmarkt von McDonalds, nämlich in den USA, behaupten. Die philippinische Kette hat dort bereits mehr als 30 Filialen und verfügt zudem über eine Mehrheitsbeteiligung an der amerikanischen Burgerkette Smashburger. Jollibee kündigt außerdem beachtliche Expansionspläne für das Jahr 2018 an: Weltweit sollen demnach hunderte neue Restaurants eröffnet werden, mit dem Ziel bis Ende des Jahres eine Gesamtanzahl von 4200 Lokalen auf der ganzen Welt zu erreichen. Ende 2017 lag die Zahl der Lokale noch bei 3797 Filialen.

Vergangenen Freitag gab Jollibee darüber hinaus bekannt, ein Investment in Höhe von 12,4 Millionen US-Dollar in Tortas Frontera — die Fast-Casual-Kette von Chefkoch Rick Bayless — zu planen. Das berichtet das Magazin „Restaurant Business“. Damit würde das philippinische Unternehmen einen Anteil von 47 Prozent halten.

In den Herzen vieler philippinischer Auswanderer hat Jollibee einen besonderen Platz. Jian DeLeon schreibt in seinem Blog „First we Feast“, dass die Fast-Food-Kette „einen nostalgischen Geschmack von Heimat zu einem Preis, den die meisten von uns sich leisten können“ zu bieten habe.

Wir hingegen sind keine philippinischen Lebensmittelexperten, sondern zwei Fast-Food-liebende New Yorker, die gespannt darauf sind, wie die wachsende Kette im Gegensatz zur Konkurrenz abschneidet:

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Jollibee

Jollibee hat aktuell mehr als 30 Filialen in den USA — die meisten davon in Kalifornien. Glücklicherweise gibt es auch eine im New Yorker Stadtteil Woodside, Queens, direkt neben der U-Bahn-Station.

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Das Lokal war voll, als wir gegen 13 Uhr ankamen. Der Essensrausch war in vollem Gange, und die Suche nach einem Platz erwies sich als ziemlich schwierig. Zum Glück hat uns ein Mitarbeiter direkt Bescheid gegeben, als dann zwei Plätze verfügbar waren.

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Die Bestellung war ein Kinderspiel, wobei wir von der Auswahl der Speisekarte ein wenig verwirrt waren. Obwohl wir wirkliche Fast-Food-Kenner sind, war auch uns die Kombination aus Spaghetti, gebratenem Huhn und Burgern so noch nicht in anderen amerikanischen Fast-Food-Ketten begegnet. Trotz allem war auch der Kassierer sehr freundlich und zuvorkommend, trotz der Tatsache, dass wir zweimal zurück kamen, um noch etwas zu bestellen, das wir zuvor vergessen hatten.

Jollibee

Wir haben dort so einiges bestellt.

Jollibee

Wer auf der Suche nach einem klassischen italienisch-amerikanischen Spaghetti-Spektakel ist, wird von Jollibees Version überrascht sein. Wie auf den Philippinen üblich, ist die Soße eher süßer als pikant. Obwohl es nicht ganz unserem Geschmack entsprach, erfüllte es trotzdem, was Jollibees Marketing verspricht. Die Sauce ist randvoll mit Hackfleisch, Schinkenstücken und Würstchen-Stücken. Es ist insgesamt eine bessere, süßere Version der klassischen Schulmensa-Version — seltsam beruhigend.

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Eine der Spezialitäten von Jollibee ist das gebratene Hühnchen „Chickenjoy“, das wir zusammen mit den Spaghetti als Kombination bestellt haben. Geschmacklich ist es in etwa vergleichbar mit dem gebratenen Hühnchen der Fast-Food-Kette Churchs. Es ist ziemlich zart, aber die Panade ist nicht wirklich knusprig und es fehlt an Würze.

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Das Huhn kann entweder mit oder ohne Knochen bestellt werden, wobei Jollibee beide als „Dippers“ bezeichnet. Das Fleisch ist insgesamt von guter Qualität, wobei es auch hier würziger und knuspriger sein könnte.

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Bemerkenswert sind jedoch die Fiesta Palabok Nudeln. Dabei handelt es sich um eine Fastfood-Version eines traditionellen philippinischen Nudelgerichts, das aus Reisnudeln besteht, die mit einer Knoblauchsoße verfeinert werden. Zudem enthält es Schweineschwarte, Garnelen, Petersilie sowie hartgekochtes Ei.

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Das Gericht ist definitiv der Traum eines jeden Knoblauchliebhabers. Es ist geschmackvoll und liegt zudem nicht einmal schwer im Magen. Diese Tatsache ist sehr untypisch für Fast-Food-Gerichte, insbesondere für die amerikanischer Ketten wie etwa McDonalds, was eindeutig für einen Besuch von Jollibee spricht.

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Ein anderes Gericht, das man bei McDonalds nicht finden würde, ist das Burger-Steak. Es ist im Wesentlichen ein Hacksteak mit gedünstetem Reis als Beilage. Es wird außerdem in einer in braunen Soße und mit recht geschmacklosen Pilzen serviert. Das Gericht ist eine fade, aber erfolgsversprechende Option für ein Fast-Food-Menü — Gebratene Burger-Buletten gibt es bereits, wieso also nicht noch mit Soße und Reis servieren?

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Wir bevorzugen die Bulette dann doch in einer Form, die amerikanischen Fast-Food-Fans vertrauter ist. Jollibees Aloha Burger vereint die besten Elemente des Whoppers und des Big Macs, während er dem Ganzen noch seine eigene Note gibt: mit Ananas.

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Die Bulette ist gut gebraten, pikant und saftig und stellt eine Konkurrenz für den gegrillten Whopper dar. Der Burger ist auch mit eine Soße verfeinert, die an die ikonische Big Mac Soße erinnert, jedoch etwas süßer ist. Speck und Ananas sorgen zudem für ein köstliches Spiel von salzig und süß.

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Bulette, Sauce, Käse, Salat, Bacon und Ananas vereinen sich zu einer harmonischen Melodie aus Fast-Food-Burger-Brillanz. Dieser Burger kann es mit den besten amerikanischen Konkurrenten aufnehmen — er ist wirklich erschreckend gut.

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Jollibee glänzt auch, was die Desserauswahl angeht.

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Es ist schwer, in die Mango-Pfirsich-Tasche zu beißen, ohne diese mit der leidenschaftlich verteidigten Apfeltasche von McDonalds zu vergleichen. Dieser Vergleich wird Jollibee jedoch nur zum Vorteil, denn das Dessert ist köstlich fruchtig, ohne sirupartig süß zu sein, und es vermeidet geschickt den Geschmack von künstlichem Pfirsicharoma, den man zunächst vielleicht erwartet. Die wirklich knusprige Wan-Tan-Hülle sorgt auch für eine ansprechende Konsistenz, die dem entsprechenden McDonalds-Dessert fehlt.

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Das Softeis der philippinischen Kette ist simpel, aber dennoch geschmackvoll, wie es meistens bei Softeis der Fall ist. Wir konnten keinen Unterschied zu McDonalds oder dem eisigen Nachtisch einer anderen Fast-Food-Kette feststellen, was aber nicht schlimm war.

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Der „Ube Pearl Cooler“ ist eine erfrischende Variante eines traditionellen philippinischen Desserts aus violetten Süßkartoffeln. Wieder einmal vermeidet Jollibees Version geschickt einen Zuckerschock, indem der Zuckerzusatz in Grenzen gehalten wird. Am unteren Rand sind zudem kleine schwarze Tapioka-Perlen zu finden, die dem Getränk eine etwas dickflüssigere Konsistenz geben.

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Schließlich haben wir noch den „Halo-Halo“ probiert. Dieses legendäre philippinische Dessert ist ein einziges Durcheinander, aber es ist ein Meisterwerk. Es enthält gesüßte Bohnen, Kichererbsen und Wackelpudding sowie Eis und Kondensmilch.

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Das Dessert wird mit einer juwelenartigen Anordnung von Eiscreme und Flan gekrönt, was ihn zu einem erstklassigen Instagram-Motiv macht — das Auge isst ja bekanntlich mit.

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Obwohl es für den ein oder anderen sehr merkwürdig klingen mag, ergibt die Mischung aller Zutaten und Geschmäcker eine einzigartige Kombination in einem Plastikbecher.

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Wir haben Jollibee … fröhlich verlassen. Mit einer unglaublich freundlichen Bedienung, akzeptablen Preisen und einer Speisekarte, die sowohl amerikanische Fast-Food-Klassiker als auch Gerichte serviert, die auf ihre ganz eigene Weise überzeugen, hat Jollibee alles, was eine Fast-Food-Kette mitbringen sollte. Wir wissen jetzt also auch, warum es in seinem Heimatland nach wie vor den Markt anführt und schauen gespannt dabei zu, wie die Kette sich zukünftig im Westen verbreitet.

Quelle

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