46. Jahrestag der Verhängung des Kriegsrechts – Tausende Demonstrieren gegen Duterte

Anti-Duterte-Demonstranten

Manila, Philippinen – Vor 46 Jahren, am 21. September 1972 verhängte der verstorbene Diktator Ferdinand Marcos das Kriegsrecht über die Philippinen, es sollte 9 Jahre bestehen, Tausende wurde getötet, gefoltert oder verschwanden.

Ein Anschlag auf Verteidigungsminister Juan Ponce Enrile diente als Anlass, das Kriegsrecht am 21. September 1972 zu verhängen. Marcos ließ rund 30.000 Menschen (darunter Oppositionelle, Studenten, Journalisten und Gewerkschafter) in Militärlagern inhaftieren und Privatwaffen konfiszieren. Der Kongress wurde geschlossen und das Land mit Präsidialdekreten regiert. Oppositionelle Zeitungen und Sender wurden geschlossen.

Verteidigungsminister Enrile, der 1986 auf die Seite der oppositionellen Corazon Aquino wechselte, gab später zu, dass dieser Anschlag fingiert war.

Im ganzen Land demonstrierten am Jahrestag der Verhängung des Kriegsrechts Gruppen aus allen Schichten der Bevölkerung gegen das „weißwaschen“ des Marcos-Regimes durch Präsident Rodrigo Duterte, gegen staatliche Repressionen und der gescheiterten Regierungspolitik und das „De-facto-Kriegsrecht“.

Die Proteste kommen angesichts der wachsenden Unzufriedenheit unter Duterte – die Preise für Waren sind seit der Amtsübernahme von Duterte 2016 drastisch gestiegen, Tausende sind in seinem Drogenkrieg gestorben, der die Drogen nicht ausgerottet hat, und kritische Stimmen wie Senator Antonio Trillanes IV und die australische Schwester Schwester Patricia Fox drohen von Verhaftung bzw. Abschiebung. Das öffentliche Vertrauen und die Zufriedenheitswerte von Duterte fallen ebenfalls weiter.

Duterte genehmigte trotz Protesten die Beisetzung des verstorbenen Diktators Marcos auf dem Heldenfriedhof in Manila, der Sohn des Diktators soll nach dem Willen des Präsidenten Dutertes Nachfolger im Amt werden, trotzdem die Familie Marcos sich weigert die etwa 10 Milliarden US Dollar, die der Diktator den Philippinen während seiner Schreckensherrschaft gestohlen hat zurückzugeben.

In mindestens 14 Regionen des Landes, in Manila und sogar in Übersee sind die Menschen auf die Strasse gegangen um gegen Präsident Duterte und seine Politik zu demonstrieren.

Unter anderem wurden Demonstrationen aus Laoag City, Baguio City, Metro Manila, Calamba, Laguna, Quezon, Batangas, Rizal, Laguna, Cavite, Puerto Princessa, Mindoro, Palawan, Naga, Daet, Legazpi, Virac, Iloilo, Bacolod, Cebu City, Tacloban, Catbalogan, Cagayan de Oro, Davao City, General Santos und Butuan gemeldet.

Auch aus dem Ausland zeigten viele philippinische Gastarbeiter ihre Unzufriedenheit mit der Duterte-Administration, so z.B.:

  • USA 
  • Hongkong
  • Australien
  • Kanada
  • Belgien
  • Schweiz
  • Niederlande

Unterdessen startete Marcos Jr. am Donnerstagabend, 20. September, eine neue Kampagne, um die Geschichte durch eine „Talkshow“ mit dem ehemaligen Senator Juan Ponce Enrile, dem Architekten und der Umsetzung des Kriegsrechts als Verteidigungsminister des Marcos, zu revidieren. Marcos verkauft die Idee, dass unter dem Regime seines Vaters keine Misshandlungen stattgefunden haben.

Vor wenigen Wochen forderte die Tochter des verstorbenen Diktators und jetzige Gouverneurin von Ilocos Norte, Imee Marcos die „junge Generation“ auf nach vorne zu schauen und die Vergangenheit zu vergessen.

Duterte hatte im Vorfeld Polizeieinheiten aus den umliegenden Provinzen von Manila in der Hauptstadt zusammenziehen lassen, da auch Duterte-Unterstützer Demonstrationen angekündigt hatten. Allerdings sagte die Polizei, dass lediglich 3000 Duterte-Unterstützer im gesamten Stadtgebiet bis 17:00 Uhr (Ortszeit) gezählt wurden.

Bis zur Veröffentlichung dieses Artikels kam es zu keinen gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Redaktion

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