Dekan Schoenauer organisiert drei neue Arbeitskräfte von den Philippinen

philippinische Pflegerinnen

Manila, Philippinen – Passend zum Wahlkampfendspurt zaubern Politiker immer neue Vorschläge zur Behebung des Pflegenotstandes aus dem Hut: Vom Pflege-Gipfel bis zum Volksbegehren gegen die Pflegemisere. Bei Heimleitern und Pflegedienstleitern von Seniorenheimen aus Pegnitz und Auerbach kommen solche Vorschläge nicht immer gut an.

Neuland betritt der evangelische Dekan Gerhard Schoenauer bei der Suche nach Pflegekräften für das Brigittenheim. „Im nächsten März oder April kommen drei Pflegerinnen von den Philippinen zu uns ans Brigittenheim, ihre Namen stehen schon fest“, zeigt sich der Pfarrer und umtriebige Manager des Brigittenheimes zuversichtlich. Gegenwärtig absolvieren die jungen Frauen in ihrem tausende Kilometer entfernten Heimatland Deutschkurse, um sich auf ihre künftige Tätigkeit am Pegnitzer Seniorenheim vorzubereiten.

„Das Ganze kostet uns einige tausend Euro“, verrät der Dekan. Flug und die Sprachausbildung gehen schließlich richtig ins Geld. Die für das Vorhaben nötige Korrespondenz füllt mittlerweile einen dicken Aktenordner. Inzwischen hätten schon weitere oberfränkische Altenheimträger Interesse am Pegnitzer Modellvorhaben angemeldet.

Die Voraussetzungen für einen Erfolg seien gut, glaubt Schoenauer. Die Philippinerinnen hätten zuvor ihre vierjährige Ausbildung als Pflegerinnen absolviert. Sie waren nach dem Abschluss arbeitslos. Nach der Ankunft in Deutschland sollen sie hier weitere ergänzende Prüfungen ablegen. „Alte Menschen haben auf den Philippinen einen hohen Stellenwert“, sagt Schoenauer. Dementsprechend fürsorglich würden die asiatischen Pflegerinnen mit den ihnen anvertrauten alten Menschen umgehen. Bei der Diakonie in München habe man beste Erfahrungen mit Pflegerinnen aus diesem Land gemacht.

Wegen der finanziellen Vorleistungen sollen die neuen Pflegerinnen mehrjährig für das Brigittenheim verpflichtet werden.

Aktuell sind im Brigittenheim alle 141 Plätze für pflegebedürftige Senioren belegt. Die Betreuungsarbeit wird von 90 Pflegekräften in Voll- und Teilzeitarbeit geleistet. Außerdem bildet das Heim neun Personen als künftige Pfleger aus.

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