Filipina wird in Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen

Am Wiener Landesgericht wurde am Freitag über die Einweisung einer Frau entschieden, die Anfang Jänner ihr Baby in einem Spital getötet haben soll.

Richter-Hammer

Manila, Philippinen – Weil sie Anfang Januar 2018 ihr Baby in einem Spital getötet hat, ist eine 38-Jährige am Freitag am Wiener Landesgericht in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden. Die Mutter war während der Tat aufgrund einer psychischen Erkrankung unzurechnungsfähig. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Noch vor dem Vortrag der Staatsanwältin hatte der Verteidiger den Antrag gestellt, die Öffentlichkeit auszuschließen, da im Verfahren der höchstpersönliche Lebensbereich der Frau erörtert würde. Dies betreffe im Besonderen deren sexuellen Missbrauch in der Kindheit. Der Richtersenat unter dem Vorsitz von Eva Brandstetter gab dem Begehren für jene Teile des Verfahrens statt, die sich mit dem geistigen Zustand der 38-Jährigen befassen.

Sexueller Missbrauch?

Die Frau hatte ihren Schwiegervater, einen Ex-Diplomaten, verdächtigt, rund um Weihnachten ihre vierjährige Tochter sexuell missbraucht zu haben. Sie war daraufhin mit ihren beiden Kindern in einem Wiener Spital aufgenommen worden. Der acht Monate alte Bub starb dort am 3. Jänner. Seine Mutter soll das Kind erstickt haben. Danach unternahm die Frau einen Suizidversuch, wurde inhaftiert und in eine psychiatrische Abteilung gebracht.

Der Schwiegervater wurde am Dreikönigswochenende festgenommen, obwohl er die Anschuldigungen des Kindesmissbrauchs vehement zurückwies. Am 1. Februar wurde er entlassen, mittlerweile ist das Verfahren gegen ihn eingestellt. Rudi Mayer, der Anwalt des zu Unrecht Beschuldigten, berichtete im Vorfeld der Verhandlung, dass sein Mandant damit zu kämpfen hat, dass nach derartigen Vorwürfen „immer etwas hängen bleibt“. „Viel ärger ist aber für ihn, dass sein Enkelsohn hat sterben müssen.“

Trauma erlitten

Der Auslöser der Tragödie sei in der Jugend der Frau zu suchen, die damals auf den Philippinen sexuell missbraucht worden war. „Sie hat aber nie eine Traumatherapie gemacht und das nicht verarbeitet“, sagte Mayer. Die 37-Jährige habe in völlig harmlose Ereignisse bzw. Erzählungen der Kleinen – etwa, dass sie mit dem Großvater Palatschinken gerollt hat – einen Missbrauch hineininterpretiert.

Danach hat die Mutter das Kind immer und immer wieder suggestiv ausgefragt. „Sie hat gefragt und gefragt und gefragt.“ Ihr Mann habe schon gesagt, hör auf damit, aber sie habe damit immer weiter gemacht, bis das Kind sogar den eigenen Vater beschuldigt hat, so Mayer. Mit zahlreichen Gutachten und Ausschöpfung aller Beweismittel habe die Polizei einen Missbrauch eindeutig ausschließen können.

Quelle

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