Schweizer wegen Auftragsmord auf den Philippinen zu 16 Jahren verurteilt

Richter-Hammer

Manila, Philippinen – Der Genfer Arnaud J. (23) wollte zusammen mit einem Kollegen Florian M. (†22) 2014 auf den Philippinen eine Bar eröffnen. Doch der Plan endete in einem Auftragsmord an Florian M. Jetzt wurde Arnaud J. zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt.

Das Genfer Strafgericht hat am Montag den mittlerweile 23-jährigen Genfer Arnaud J.* alias «John Lennon» zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Mann wurde für schuldig befunden, im Oktober 2014 auf den Philippinen den Mord an seinem Geschäftspartner Florian M. (†22) in Auftrag gegeben zu haben.

Die Richter sprachen von vorsätzlichem Handeln; Arnaud J. habe sein Vorgehen minutiös geplant, sei bestimmt und kaltblütig vorgegangen. Die Straffähigkeit des damals 21-Jährigen schränkten sie leicht ein; sie attestierten ihm einen unreifen und narzisstischen Charakter. In der Haft muss er sich einer ambulanten Behandlung unterziehen.

Staatsanwaltschaft forderte 19 Jahre plus Verwahrung

Dem Staatsanwalt, der eine Strafe von 19 Jahren mit Verwahrung gefordert hatte, sind die Richter damit nicht vollumfänglich gefolgt. Die Verteidigung ihrerseits plädierte auf Freispruch aufgrund der Unschuldsvermutung; sie führte an, dass in der Nacht, als der Geschäftspartner ermordet worden war, vieles im Dunkeln liege.

Der Egoismus von Arnaud J. haben dessen gesamtes Handeln bestimmt, urteilte das Gericht. Die Schuld wiege schwer, denn er habe Florian M. das Leben genommen, der auf die Philippinen gekommen sei, um nach einer schwierigen Jugend sein Leben zu ändern.

Traum von einer eigenen Bar endet mit Auftragsmord

Der Beschuldigte wollte auf den Philippinen eine Bar eröffnen. Nach seiner Kindheit, die geprägt war von der Trennung seiner Eltern, sei die eigene Bar sein Traum gewesen. Nachdem er 2013 auf die Philippinen gekommen war, hatte er zunächst in der Hotellerie und in der Informatikbranche gearbeitet.

Mit seinem Bekannten, Florian M., habe er zusammengespannt, weil er ihn für die Finanzierung seines Projekts der eigenen Bar gebraucht habe. Die Richter gehen davon aus, dass Arnaud J. seinen Geschäftspartner umbringen liess, weil er darauf bedacht gewesen sei, sich dessen Besitz von rund 12’000 Dollar anzueignen, um anschliessend die Bar alleine zu führen. Das Gericht beurteilte den jungen Mann als «verschwenderisch und Luxus-verliebt».

Florian M. (†22) hatte gegen Auftragsmörder keine Chance

Für die Nacht vom 6. auf den 7. Oktober 2014 hat der junge Genfer einen Auftragsmörder angeheuert. Sein Opfer lockte er auf die Insel Mindanao, unter dem Vorwand, dort Material für ihr gemeinsames Projekt zu kaufen. Florian M. wurde durch einen Messerstich ins Herz getötet. Laut den Richtern, habe der Profi-Mörder dem Opfer nicht die geringste Chance gelassen.

Der Verteidiger sagte, die Strafe sei hart für einen jungen Mann ohne Vorgeschichte, aber angemessen im Verhältnis zur Schwere des Delikts, das Arnaud J. zur Last gelegt werde. Er wolle die detaillierte Urteilsbegründung abwarten, bevor er entscheide, ob er den Fall weiterziehen werde.

Quelle

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