Mutter schickt ihre 4 Kinder zum spielen, dann erhängt sie sich in ihrem Haus

slum in den Philippinen

Symbolbild

Manila, Philippinen – Marianne (33) hat es nie sehr leicht gehabt, sie selbst hatte 7 Geschwister, ihr Vater war Gelegenheitsarbeiter und starb an Dengue, als sie 7 Jahre alt war.

Ihre Mutter konnte keines der Kinder auf eine Schule schicken, das Geld, das sie als Näherin verdiente reichte kaum um die Kinder satt zu machen.

Mit 17 wurde Marianne dann selbst das erste Mal schwanger, doch der Vater des Kindes machte sich noch vor der Geburt seiner Tochter aus dem Staub.

Doch sie hatte Glück, sie lernte einen Bergarbeiter kennen, der das Kind annahm und liebte. Beide heirateten und es dauerte nicht lange da war Kind Nummer zwei unterwegs. Ramirez arbeitete in einer Nickelmine, 6 Tage in der Woche, und das Geld reichte für die kleine Familie, Marianne konnte sogar ihre Mutter und ihre Geschwister unterstützen. Zudem arbeitete sie, wie ihre Mutter, als Näherin, das einzige was sie gelernt hatte.

Das Glück sollte nicht lange andauern, als Marianne mit ihrem 4. Kind schwanger wurde, erlitt Ramirez einen Unfall, er verlor bei einem Bergwerksunfall ein Bein. Er lag 4 Monate im Krankenhaus. Das andere Bein wuchs nicht richtig zusammen, Ramirez blieb behindert.

In der Zeit des Krankenhausaufenthaltes brauchte die Familie alles gesparte Geld auf, zudem kam Kind Nummer 4 in dieser Zeit auf die Welt.

Unterstützung durch die Minengesellschaft gab es nicht, angeblich verschuldeten 4 Minenarbeiter den Unfall selbst, bei dem 2 Arbeiter starben und 2 verletzt wurden.

Ramirez und Marianne gaben aber nicht auf. Sie borgten sich Geld und kauften sich ein gebrauchtes Pedicab. Er baute es so um, dass er es mit seinem behinderten Bein antreiben konnte. Marianne arbeitete von nun an in einer Näherei, ein paar Kilometer entfernt von ihrem Haus. Ramirez lies es sich nicht nehmen Marianne morgens zur Arbeit zu fahren und nach 12 Stunden wieder abzuholen.

Vor 2 Jahren verstarb Ramirez plötzlich, die Ärzte sagten in seiner Lunge waren so viele Schwermetalle, dass es ein Wunder war das er überhaupt 35 Jahre alt wurde.

Marianne schrieb der Bergwerksgesellschaft und bat sie sich an den Beerdigungskosten für Ramirez zu beteiligen, eine Antwort erhielt sie jedoch nicht.

Von da an wurde es nur noch schlimmer, als Präsident Duterte sein Amt antrat tauchten in ihrem Viertel immer öfter Polizisten in Uniform und Zivil auf (oder Leute die sie für Polizisten hielt). Zwei Mal musste Marianne aufs Revier, sie wurde stundenlang verhört, Vorwurf, ihr verstorbener Mann sei ein Drogendealer gewesen und er währe an dem Konsum von Shabu gestorben.

Marianne wollte den Polizisten gern beweisen das ihr Mann nicht an Drogen sondern an den Schwermetallen gestorben war, leider konnte sie sich eine Autopsie nicht leisten. So lies sie alles über sich ergehen, auch 3 Hausdurchsuchungen.

Marianne war stark, doch das Unheil wollte nicht enden. Reichte das knappe Geld durch ihre Arbeit gerade so zum überleben, traf sie nun ein weiterer Schicksalsschlag, die Näherei schloss ihre Tore, die Produktion wurde nach Vietnam verlagert.

Jede Arbeiterin erhielt eine Abfindung von 2 Monatsgehältern, davon kaufte Marianne eine gebrauchte Nähmaschine und arbeitete zu Hause, doch das Geld wurde immer knapper.

Als die grundlegendsten Nahrungsmittel, durch die hohe Inflation, in den letzten Monaten für sie unerschwinglich wurden und sie ihre 4 Kinder leiden sah, brach ihre Kraft und ihr Wille.

Am Mittwoch, 3. Oktober 2018 schickte Marianne ihre 4 Kinder zum spielen, sie gab ihnen ihre letzten 40 Peso und sagte, „kauft Euch etwas süßes“.

Sie klettertet auf den einzigen Stuhl im Haus, band ein selbst gefertigtes Seil um einen Balken, legte sich die Schlinge um ihren Hals und trat den Stuhl unter ihren Füssen weg.

(Anmerkung der Redaktion: Marianne, Ramirez und ihre Familie wohnten in San Narciso in der Provinz Quezon.)

Redaktion

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