Pater Kulüke sucht einen Nachfolger

Pater Heinz Kulüke

Manila, Philippinen – Pater Heinz Kulüke hat seine Heimatgemeinde Spelle besucht. Gemeinsam mit dem „Aktionskreis Pater Kulüke“ hat er einen Gottesdienst gefeiert und berichtet, was nicht zuletzt durch die Hilfe des Aktionskreises auf den Philippinen geleistet worden ist und vor welchen Herausforderungen er mit seinem Orden steht.

Die katholische Kirche St. Johannes ist für einen gewöhnlichen Donnerstagabend recht gut gefüllt. Es ist Pater Heinz Kulüke, der zahlreiche Freunde und – man könnte sagen – Fans zum abendlichen Gottesdienst zieht. Sein unermüdliches Engagement für die Ärmsten dieser Welt verdient Unterstützung, findet seine Heimatgemeinde, und so existiert seit 2001 der Aktionskreis Pater Kulüke , der mit vielen Aktionen immer wieder Geld für die Arbeit Kulükes insbesondere auf den Philippinen auftreibt.

„Zehn Jahre schaffe ich noch“

Gegen Ende des Gottesdienstes sagte der mittlerweile 62-Jährige, dass er für einen Nachfolger bete. „Ich bin 1979 zum Priester geweiht worden. Zehn Jahre schaffe ich noch, dann gehe ich in Rente. Ihr habt also zehn Jahre Zeit, jemanden zu finden“, wandte er sich an die Speller. Eine große Herausforderung, vor allem angesichts des allgemeinen Priesterschwunds, den Kulüke mittels einer Statistik auch für die Steyler Missionare  bestätigen konnte. Eine große Herausforderung aber auch in Hinblick auf die Aufgabe, der sich Kulüke seit Jahrzehnten stellt: besonders armen Philippinos ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Elsbeth Garmann ist die erste Vorsitzende des Aktionskreises Pater Kulüke. Sie dankte allen, die Pater Kulüke seit Jahren dabei unterstützen. „Dich, lieber Heinz, lade ich ein, uns an deiner Arbeit teilhaben zu lassen, die zum Segen für so viele Menschen wurde.“

Dank für Unterstützung

„Was ihr hier seht, ist nur durch eure Unterstützung möglich“, begann Kulüke seinen Vortrag. „Die Heimatgemeinde hat mich nie im Stich gelassen“, betonte er, und fügte hinzu, dass nach 40 Jahren fort von Zuhause eine solche Unterstützung nur durch den Aktionskreis möglich sei. Nach einem Überblick über die Problemzonen der Welt konzentrierte sich sein Vortrag auf die Arbeit der Steyler auf den Philippinen, auf die er selbst nun nach zwei Jahren zurückkehren wird.

„Ich fühle mich in den Slums wohler als in Rom“

„Ich fühle mich in den Slums wohler als in Rom“, gab der Pater freimütig zu. Vermutlich, weil er dort die Früchte seiner Arbeit sieht, und diese seien trotz unzähliger Probleme vielfältig, wie er nicht müde wurde zu betonen. Es gälte vor allem, Mädchen vor der Prostitution zu bewahren oder wieder herauszuholen, Menschen, die auf Müllkippen oder Friedhöfen leben, ein richtiges Haus zu erbauen, Behinderten ein würdiges Leben zu bieten und immer wieder: Bildung. „Keines der Kinder, die in die Schule gehen, wird je wieder auf einer Müllkippe arbeiten. Viele Kinder werden inzwischen beschult und haben eine gute Zukunft vor sich“, zeigte er sich überzeugt. Auf eine Frage aus dem Publikum, ob es denn für die ausgebildeten jungen Menschen Arbeitsplätze gebe, konnte Pater Kulüke antworten, dass sie von den Firmen gern genommen würden, da sie gut vorbereitet seien.

80 neue Häuser

Erstaunen gab es angesichts der Aussage, dass ein Quadratmeter Müllkippe in etwa so viel koste wie ein Quadratmeter Baugrund in Spelle. Daher sei es schwierig, Baugrund für die Behausungen zu finden, die mit Hilfe der Spenden entstünden. Dass saubere Häuser auf der anderen Seite aber wieder viel Geld einsparten, da die Kosten der medizinischen Versorgung immens schrumpften, unterstrich Kulüke und hob hervor, dass seit seinem letzten Besuch in Spelle 2016 80 neue Häuser erbaut werden konnten: „Danke an den Aktionskreis!“

Auslandsjahr möglich

Zum Abschluss erneuerte Kulüke seinen Wunsch nach einem Nachfolger, aber auch nach Besuch aus der Heimat. Es sei möglich für junge Leute, dort ein Auslandsjahr zu machen. „Wenn ich vor Ort zeigen kann, was dort geschaffen wurde, wirkt das viel mehr, als wenn ich es nur erzähle.“

Quelle

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