Meppener Verein „TALA“ fördert Studenten auf den Philippinen

In traditionellen philippinischen Gewändern

In traditionellen philippinischen Gewändern präsentierte sich der Meppener Verein TALA um den Vorsitzenden Hartmut Krüger (Mitte). Foto: Malte Goltsche

Der gemeinnützige Meppener Verein TALA Philippinisch-Deutsche Integration Emsland hat ein neues Projekt. Er fördert zwei Studenten auf den Philippinen, von denen die meisten seiner Mitglieder stammen. Das Stipendienprogramm soll nach Möglichkeit sogar noch ausgeweitet werden.

Wer in das Haus von Hartmut Krüger kommt, erhält direkt einen Einblick in die Kultur des südostasiatischen Inselstaates. Menschen unterhalten sich laut auf einer fremden Sprache, wuseln durch die Räume und tragen lange weiße Kleider aus glänzendem Stoff. Auch Hartmut Krüger trägt seinen „Barong Tagalog“. „Das ist eine traditionelle philippinische Tracht, die haben wir heute extra angezogen“, sagt Maria Teresita, Hartmut Krügers Frau. Die hat er dort während seiner 12-jährigen beruflichen Tätigkeit ab 1987 kennengelernt. Seit 2000 leben die beiden zusammen wieder in Krügers Heimatstadt Meppen.

Spenden nach Taifun Hayan

Der erste Kontakt zu anderen philippinischen Frauen erschloss sich Maria Teresita Krüger mit ihrer Nachbarin. Auch Lunalyn Haase hat einen Deutschen geheiratet. Durch Mundpropaganda und zufällige Treffen entwickelten sich weitere Kontakte zu anderen Philippinas in Meppen. Hartmut Krüger ist der einzige Mann und der einzige gebürtige Deutsche im Verein. Anlass für die Gründung von TALA war der Taifun Hayan im Jahr 2013. Die Gruppe sammelte Geld- und Sachspenden für betroffene Verwandte und die notleidende Bevölkerung auf der Inselgruppe. Vor Ort verteilten Lunalyn Haase und Maria Teresita Krüger ihre Spenden direkt an die Menschen. „Die Spenden landen sonst nicht an der Quelle“, erklärt Hartmut Krüger. Spende man über ansässige Institutionen, fielen „Verwaltungsgebühren“ an, wie er es nennt. Korruption ist auf den Philippinen ein großes Thema.

Detailliertes Bewerbungsverfahren

Deshalb hat TALA auch sein eigenes Stipendienenprogramm gestartet. Dadurch können sie selbst kontrollieren, ob ihre Studenten geeignet sind, und sicherstellen, dass ihre Spenden ungekürzt bei ihnen ankommen. „Wir haben durch unsere langjährige Erfahrung auf den Philippinen die Kompetenz, das so zu machen“, sagt Krüger. Zwei Studenten aus dem Heimatdorf von Maria Teresita Krüger wurden für das Programm ausgewählt. Um die Bedürftigkeit der armen Jugendlichen festzustellen, hielt der Verein Rücksprache mit dem Bürgermeister. Außerdem prüfte TALA im Bewerbungsverfahren die Noten des 18-jährigen Noli und der 18-jährigen Robelyn. Sie studieren jetzt beide an der Ilo Ilo Science and Technologie University auf der Insel Panay  Noli Informationstechnologie, Robelyn Modedesign. Ohne das Stipendium aus Meppen hätten sie dazu finanziell keine Chance gehabt.

Kleines Geld hat große Wirkung

„Mit 50 Euro im Monat kann man auf den Philippinen schon sehr viel bewegen“, sagt Hartmut Krüger. Deshalb schickt der Verein alle drei Monate 150 Euro direkt auf die Konten der Studenten, die im Gegenzug regelmäßig Zeugnisse zur Überprüfung nach Deutschland senden. Robelyn hat aus Meppen sogar eine Nähmaschine und einen Laptop bekommen. Kontakt hält TALA zu seinen Studenten über Facebook oder das Telefon. „Das geht ja heute zum Glück viel einfacher als früher“, sagt Lunalyn Haase. Gefördert werden Noli und Robelyn für vier Jahre, die Zeit ihres Bachelor-Studiums. „Wir haben noch keine Sponsoren und können deshalb noch nicht mehr versprechen. Wir suchen nach weiteren Mitgliedern“, erklärt TALA-Mitglied Ana Rehmund. Zuletzt finanzierte TALA sein Programm über Tanzauftritte und den Verkauf von philippinischen Spezialitäten auf Stadtfesten. Das reicht jedoch nicht, um das Stipendienprogramm zu erweitern, man sucht nach Sponsoren oder Paten, die einzelne Studenten fördern wollen. Als weiteres Projekt ist eine Schulspeisung angedacht, die aus den Erlösen der öffentlichen Weihnachtsfeier des Vereins finanziert werden könnte.

Die Meppener Philippinas haben viel vor, freuen sich aber auch über das, was sie bereits geschafft haben. Schließlich hängen sie immer noch am Heimatland. Das bestätigt Lunalyn Haase: „Das Herz ist noch auf den Philippinen.“

Quelle

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Auswandern auf die Philippinen – Tablas Sunshine Village