Zwangsversicherung philippinischer Gastarbeiter soll steigende Staatsverschuldung bremsen

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Manila, Philippinen – Nach einem Gesetzentwurf, der letzte Woche von der philippinischen Legislative verabschiedet wurde, müssen ab dem nächsten Jahr philippinische Gastarbeiter im Ausland Beiträge für Sozial- und Sozialversicherungsleistungen auf den Philippinen leisten.

So müssen Haushaltshelfer in Hongkong, mit einem Gehalt von 4.520 HK-Dollar 8 Prozent ihres Einkommens monatlich für Sozial- und Sozialversicherungsleistungen zu Hause aufbringen, das entspricht rund PHP 2.400 oder 350 HK-Dollar.

Die Gesetzesvorlage, die im Laufe des Jahres von dem philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte unterzeichnet werden soll, sieht vor, dass alle philippinischen Arbeitnehmer im Ausland mindestens drei Monatsbeiträge zahlen müssen, bevor sie ihre Arbeitsstelle verlassen können. Vor dem Gesetz könnten die ausscheidenden Arbeitnehmer die Zahlung der SSS-Mitgliedschaft ablehnen.

Im Ausland laufen philippinische Arbeitnehmervereinigungen Sturm gegen das geplante Gesetz, das philippinische Gastarbeiter dazu zwingt, eine Versicherung abzuschließen.

Die Zwangsgebühren fallen zusätzlich zu einer Reihe von bestehenden Gebühren in Höhe von insgesamt etwa PHP 26.000 Pesos (etwa 3.800 HK-Dollar) an, die Arbeitnehmer an staatliche Stellen zahlen müssen, bevor sie überhaupt im Ausland arbeiten können, sagte die Vorsitzende der Vereinigten Filipinos in Hongkong, Dolores Balladares-Pelaez.

Trotzdem das Gesetz noch nicht Rechtskräftig ist, werden Filipinos, die im Ausland arbeiten wollen schon jetzt gezwungen die Zwangsversicherung abzuschließen, sagte Balladares-Pelaez.

Wer sich weigert dem wird das Overseas Employment Certificate (OEC), das von der Overseas Employment Administration (POEA) ausgestellt wird verweigert, und damit die Ausreise aus den Philippinen nicht gestattet.

Balladares-Pelaez sagte, die Arbeiter seien bereits belastet mit „einer langen Liste von Gebühren, die sie bezahlen müssen, bevor sie im Ausland arbeiten dürfen, dazu gehören neben Bearbeitungsgebühren, Personalagenturen, den Pag-Ibig Home Development Investmentfonds, Trainingsgebühren, Assessment und medizinische Tests“.

Die Rekrutierungsagenturen fordern zwischen 80.000 bis 150.000 Pesos von Hausangestellten, die verzweifelt nach höher bezahlten Jobs in Hongkong suchen, sagte sie.

Redaktion

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