Missionare auf den Philippinen leben noch immer gefährlich

Repression und Verfolgung auf den Philippinen spitzen sich weiter zu. Berichten der Missionarsvereinigung zufolge müssten Ordensleute „um ihr Leben und ihre Sicherheit fürchten” und seien anhaltenden Schikanen durch die Sicherheitskräfte ausgesetzt.

katholische Ordensfrauen

Katholische Ordensfrauen protestieren in Manila gegen den blutigen Anti-Drogenkrieg von Präsident Duerte (Archivbild) (AFP or licensors)

Manila, Philippinen – Missionare, die in der südphilippinischen Region Mindanao arbeiten, leben nach wie vor gefährlich. So der Wortlaut einer Erklärung, die die Vereinigung von Ordensschwestern in Mindanao (SAMIN) an diesem Wochenende veröffentlicht hat. Die Vereinigung war 1983 als „Antwort auf die Zeichen der Zeit“ gegründet worden, als Diktator Ferdinand Marcos das Kriegsrecht ausrief.

Ermordung des italienischen Missionars Fausto Tentorio bis heute ungeklärt

Die Gewaltwelle, die die südlichen Philippinen heimsuchte, als Pater Fausto Tentorio getötet wurde, dauere noch immer an, heißt es in der Erklärung. Die Ermordung des italienischen Missionspriesters sei auch bis heute ungeklärt. Der Missionar des Päpstlichen Instituts für die Außenmissionen (PIME) war im Oktober 2011 auf dem Gelände seiner Pfarrkirche in der Provinz North Cotabato erschossen worden. Nach Pater Tullio Favali und Pater Salvatore Salzedda war er der dritte Priester des PIME, den man in Mindanao ermordet hat.

Inzwischen sei es auch gefährlich geworden, der indigenen Bevölkerung beizustehen, so die Vorsitzende des SAMIN, Sr. Virgencita Alegado von den Barmherzigen Schwestern. Ordensleute, die nur das Evangelium leben wollten, seien systematischer Verfolgung und Schikanen durch die Sicherheitskräfte ausgesetzt. So habe man erst unlängst eine Missionarin in den sozialen Netzwerken beschuldigt, den kommunistischen Rebellen anzugehören.

Wer der Bevölkerung im Kampf um Gerechtigkeit und Menschenwürde zur Seite steht, wird politisch verfolgt

In ihrer Erklärung werfen die Ordensschwestern von Mindanao der Regierung von Präsident Rodrigo Duterte vor, die „Menschenrechte mit Füßen zu treten und den Glauben zu verachten.“ Schützenhilfe bekommen die Schwestern dabei von den Bischöfen. So beklagt auch das Ökumenische Bischofsforum, dass Priester und Ordensleute, die der Bevölkerung auf den Philippinen im Kampf um Gerechtigkeit, Frieden und Menschenwürde zur Seite stehen, anhaltender politischer Verfolgung ausgesetzt seien.

Quelle

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