Bischof warnt vor korrupten Politikerdynastien

Ein katholischer Bischof hat die Wähler aufgerufen, sich bei den Wahlen im nächsten Jahr nicht von Politikern und ihrer schmutzigen Politik einlullen zu lassen.

Weihbischof von Manila, Broderick Pabillo

Weihbischof von Manila, Broderick Pabillo

Manila, Philippinen – „Wählt keine Kandidaten, die Politikerdynastien angehören“, warnte der Weihbischof von Manila, Broderick Pabillo, Leiter der Bischofskommission für die Laien. Die Politikerdynastien hätten wesentlich dazu beigetragen, dass sich das politische System des Landes verschlechtert habe.

Vorsicht vor Politikern, denen nur der eigene Vorteil am Herzen liegt

„Politikerdynastien gedeihen, weil wir sie wählen“, sagte Bischof Pabillo. Besonders bestürzt sei er über die Unverschämtheit der Politiker. So könne man unter den Kandidaten für politische Ämter nicht nur immer die gleichen Gesichter sehen, sondern sogar solche, gegen die Strafverfahren laufen. Das, was diesen Menschen am Herzen liege, seien wohl kaum die Interessen der Menschen, sondern vielmehr die Aussicht auf ein lukratives Amt, gab er zu bedenken. Er forderte die Wähler auf, bisher unbekannten Kandidaten, die „frischen Wind“ in die Politik in des Landes bringen könnten,  eine Chance zu geben.

Auf den Philippinen mischen traditionell reiche Familien seit Jahrzehnten in der Politik mit. So sind etwa Mitglieder der Marcos-Familie, aus der der langjährige Diktator Ferdinand Marcos stammte, heute in teilweise hohen Ämtern politisch aktiv.

Wer für schlechte Kandidaten stimmt, macht sich zum Komplizen der Zerstörung des Landes

Den Filippinos, die noch mehr als sechs Monate Zeit haben, eine Entscheidung zu treffen, gab Pabillo den Rat, sich nicht von Umfragewerten und Netzwerkeinträgen blenden lassen. „Wer für schlechte Kandidaten stimmt, macht sich zum Komplizen der Zerstörung unseres Landes“, warnte er. Wichtig sei nicht, was jemand in Zukunft zu tun verspreche, sondern was er in der Vergangenheit getan habe.

Die Spreu vom Weizen scheiden

Doch es gebe durchaus Kriterien, die helfen, „die Spreu vom Weizen zu scheiden“, so der Bischof weiter. Man müsse sich nur ihr Privatleben ansehen. „Wird jemand, der seiner Frau nicht treu geblieben ist, seinem Amt treu bleiben? Kann jemand, der schmutze Reden schwingt, schmutzige Ansichten hat, eine Amtsführung haben, die nicht schmutzig ist?“.

Die Wahlen gäben den Menschen die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Doch die könne nur zustande kommen, wenn wir bessere Wähler würden.

Quelle

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