Hitachi feuert in Japan 40 philippinische Auszubildende

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Manila, Philippinen – In Japan legt die Regierung vermehrt ein Augenmerk darauf, das Interesse von Arbeitern und Auszubildenden aus dem Ausland für Japan zu gewinnen. Doch viele vermuten hinter den Programmen Ausbeutung und Ausnutzung der ausländischen Arbeiter. Bei Hitachi Ltd. scheint genau das der Fall gewesen zu sein.

Die Firma feuerte in diesem und im vergangenen Monat 40 philippinische Auszubildende, die erst vor einem Jahr nach Japan gekommen waren. Sie hatten drei Jahre dauernde Verträge unterschrieben und wollten in diesem Programm die Montage elektrischer Ausrüstung erlernen. Dafür kamen sie durch die Vorstellung des Projekts von Friend Nippon in Hiroshima nach Japan. Sie mussten eine Berufsschule in den Philippinen besuchen, für die sie 300.000 Yen (ca. 3.200 Euro) zahlten. Die durchschnittliche monatliche Vergütung beträgt dort etwa 20.000 Yen (ca. 160 Euro).

Mit hohen Schulden aber großen Hoffnungen reisten viele Auszubildende nach Japan. Dort wurden sie der Kasado Produktionsanlage zugeteilt, um wie geplant die Montage der elektrischen Ausrüstung zu erlernen. Doch statt dass sie elektrische Schaltpulte und Steuerplatinen bauten, erhielten sie nur niedere Aufgaben, wie Toiletten in Eisenbahnwagons einzubauen. Einer der Auszubildenden sagte: „Ich kann nicht in mein Heimatland zurückkehren, ohne irgendwelche Fähigkeiten erworben zu haben und nur mit einem Kredit, den ich zurückzahlen muss […] Ich dachte, es sei falsch den Kredit mit dem Lohn einfacher Aufgaben, für die wir nie eine Erklärung erhielten, zurückzuzahlen. Aber als wir Hitachi baten, die Situation zu verbessern, wurden wir gefeuert.“

Hitachi stimmt zu, die Auszubildenden weiterzubezahlen

In einer gemeinschaftlichen Verhandlungssitzung vom 19. Oktober in Kudamatsu, Yamaguchi Präfektur, stimmte das Unternehmen zu, den Auszubildenden ihre Lebenshaltungskosten zu zahlen. Für die verbleibenden zwei Jahre ihrer Verträge, bzw. bis sie in die Philippinen zurückkehren müssen, erhalten sie weiterhin Geld. Denn Hitachi bot an, den philippinischen Arbeitern den Grundlohn für ihre Ausbildung zu zahlen, falls die zentrale Regierung entscheidet, das Ausbildungsprogramm der Kasado Anlage auszusetzen. Des Weiteren dürfen die philippinischen Arbeiter in den Unterkünften, die Hitachi Ltd. ihnen zur Verfügung stellte, bleiben. Diesen Bedingungen stimmten die gefeuerten Arbeiter zu.

Shinzo Tsuchiya, Kopf der Scrum Union Hiroshima, erklärte, ihre Entscheidung für dieses Angebot sei deshalb gefallen, weil die Interessen der Auszubildenden damit geschützt seien. Er sagte aber auch, dass die Verhandlungen weiter gehen werden, bis die zentrale Regierung eine Entscheidung über das Ausbildungsprogramm des Unternehmens fällt. Die Zustimmung aller Seiten ist jedoch ein Schritt in die richtige Richtung. Vor allem vor dem Hintergrund, dass das Unternehmen zunächst darauf bestand, nichts an ihrem Ausbildungsprogramm sei falsch. Dafür ernteten sie harsche Kritik der Union.

Aktuell untersucht das Justizministerium und eine Aufsichtsbehörde das Programm

Die Aufsichtsbehörde berichtete der Organization for Technical Intern Training (OTIT) von ihrer Vermutung, dass Hitachi Ltd. mit dem Programm, das sie Auszubildenden anbieten, gegen das Technical Intern Training Gesetz verstößt. Aufgrund dieser Vermutungen stimmte OTIT den Plänen des Unternehmens für das zweite Jahr der technischen Auszubildenden noch nicht zu.

Hitachi erklärt, dass sie sich bemühen, eine finale Übereinkunft mit den Auszubildenden zu erreichen. Sie wollen laut einem Vertreter des Unternehmens alles dafür tun, dass die Arbeiter zu Hitachi zurückkehren können. Doch falls die Regierung ihr Trainingsprogramm nicht akzeptiert, könnten die Philippiner gezwungen sein, in ihre Heimat zurückzukehren.

Quelle

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