USA Briefbomber angeblich philippinischer Abstammung

Briefbomber Cesar Altieri Sayoc

Manila, Philippinen – Cesar Altieri Sayoc, der Mann aus Florida, der beschuldigt wird, Rohrbomben an Kritiker von Donald Trump geschickt zu haben, hatte seine Social-Media-Accounts und den Van, in dem er wohnte, mit Zeichen seiner Hingabe an den republikanischen Präsidenten und seinem Hass auf Demokraten gepflastert.

Sayoc, 56, aus Aventura, Florida, wurde am Freitag, 26. Oktober 2018 festgenommen, weil er angeblich 13 Sprengkörper an führende demokratische Persönlichkeiten, ehemalige hochrangige Beamte und andere geschickt hatte, sagte FBI-Direktor Christopher Wray.

Fernsehaufnahmen von Sayoc in Untersuchungshaft zeigten einen muskulösen Mann in einem ärmellosen schwarzen Hemd mit kurzgeschnittenem schwarzen Haar.

Sayoc wurde bereits mehrfach verhaftet, unter anderem im Jahr 2002 in Miami-Dade County wegen einer Bombendrohung gegen ein Energieunternehmen. Er wurde zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Er wurde auch wegen Diebstahls und häuslicher Gewalt verhaftet.

Sayoc, der auch unter dem Namen Cesar Altieri bekannt ist, hat auch eine Geschichte finanzieller Probleme und meldete 2012 nach Angaben der Bezirksverwaltung Konkurs an. Laut der New York Times lebte er bei seiner Mutter bis ins mittlere Alter und schien noch vor kurzem in seinem Van gelebt zu haben.

Ein Verwandter, Lenny Altieri, erzählte der New York Times, dass Sayocs Vater von den Philippinen stammt und seine Mutter aus Brooklyn. Er wurde von seinen Großeltern aufgezogen, nachdem er Probleme mit seiner Mutter hatte.

Sayoc erwähnt seine philippinische Herkunft auf seinem LinkedIn-Profil und sagt, sein Großvater sei ein bekannter Chirurg auf den Philippinen.

In anderen Quellen gab er an, sein Großvater soll auf den Philippinen eine Kampfkunstart entwickelt haben, mit der die Kommunistische Partei zerschlagen worden sei.

Cesar Sayoc bzw. Cesar Altieri Randazzo, der in Zusammenhang mit den Paketbomben auf offener Straße vor einem Geschäft festgenommen wurde, ist 56 Jahre alt und als Republikaner-Wähler sowie als Trump-Anhänger bekannt. Auf seinem Twitter-Account wird der Hass auf George Soros, Clinton, Obama oder Maxine Waters deutlich, an die allesamt Paketbomben gerichtet wurden. Dort beschreibt er sich so: „Current Booking Agent/Sales/Marketing/Promotions/Project Mgr Live Events Seminole Hard Rock Live.Former Professional Soccer Player, Wrestler, Cage Fighter.“

Sein extrem auffälliger Van, mittlerweile auch „Trumpmobile“ genannt, wurde abgeschleppt. Es war extrem übersät mit Postern für Trump und Pence, gegen CNN oder den demokratischen Sumpf, gegen Clinton oder Michael Moore im Visier, also zum Abschuss freigegeben. Es sind Bilder, wie man sie auch immer auf Pro-Trump-Wahlkampfveranstaltungen sehen konnte. Der klassische Demokratenhasser also, dem die Angriffe von Trump auf die Politiker und Medien gefallen haben.

Auf die Spur kam das FBI auf den Verdächtigen, weil Sayoc vorbestraft war und sich daher seine Fingerabdrücke und Genproben in der Datenbank befanden.

Kurz vor der Festnahme jammerte Donald Trump noch, dass der Bombengeschichte zu viel Aufmerksamkeit zukomme. Die Republikaner hätten sich bislang in den Wahlen gut geschlagen, mit den Paketbomben habe sich das Momentum stark verlangsamt, weil die Nachrichten ging um Politik gingen: „Sehr unglücklich, was passiert. Republikaner, zieht los und wählt!“ Natürlich geht es bei den Paketbomben um Politik, da, wie es jetzt aussieht, einer der Trump-Fans dessen verbale Angriffe auf den politischen Gegner wörtlich nahm.

Dass das nicht so geschickt war, bemerkte man im Weißen Haus und ließ Trump die Arbeit der Polizei preisen, die Strafverfolgung von jedem Verantwortlichen „bis zur legalen Grenze“ versprechen und einmal wieder die nationale Einheit einzufordern. Dabei rutschte aber er auch wieder in seinen Großsprech: „Wir müssen der Welt zeigen, dass wir in Frieden und Liebe und Harmonie als amerikanische Bürger vereint sind. Es gibt kein Land wie unseres, und wir zeigen jeden Tag, wir groß wir sind.“

Später entglitt ihm die Situation offenbar wieder, wie die Washington Post schreibt. Als er im East Room Besucher und Fans traf, machte er die „Globalisten“ lächerlich, worauf einige der Gäste riefen „Soros“ und dann „Sperrt ihn ein“. Trump lachte und wiederholte „Sperrt ihn ein“.

Redaktion

 

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Auswandern auf die Philippinen – Tablas Sunshine Village