Stillrate auf den Philippinen immer noch niedrig

Manila, Philippinen – Zweiunddreißig Jahre nach der Verabschiedung des Milchkodex der Philippinen ist die Stillquote im Land nach wie vor niedrig, zum Nachteil der philippinischen Kinder, zeigen Ergebnisse einer von der Nichtregierungsorganisation Save the Children Philippines in Auftrag gegebenen Forschungsstudie, die am 27. Oktober 2018 veröffentlicht wurde.

Die Studie „Barrieren für das Stillen auf den Philippinen“ zeigte, dass die Zahl der stillenden Mütter mit 60 Prozent im Jahr 2017 nur leicht stieg, im Vergleich zu 51 Prozent im Jahr 2013.  

Diese Zahlen basieren auf der Nationalen Demographie- und Gesundheitsumfrage (NDHS) der philippinischen Statistikbehörde (PSA) aus dem Jahr 2018.

Der Vorstandsvorsitzende der Gruppe, Albert Muyot, macht für diese Entwicklung die „mangelhafte Durchsetzung“ des Milchkodex von 1986 verantwortlich, das Gesetzes, das das ausschließliche Stillen von Babys bis zu sechs Monaten vorsieht.

Die 75-seitige Studie stellte auch fest, dass „starke Lobby- und Werbekampagnen“ von Milchunternehmen, die Säuglingsnahrung fördern, eines der Hindernisse darstellten, Mütter zum Stillen zu ermutigen.

Diese Unternehmen geben 100 Millionen Dollar (rund PHP 53,6 Milliarden) für Marketing und Verkaufsförderung von Säuglingsnahrung aus. Diese Ausgaben belaufen sich auf 260 Millionen Dollar (PHP 13,9 Milliarden pro Jahr) von jährlichen Gewinnen philippinischer Familien.

Laut Muyot ist der Einfluss multinationaler Milchunternehmen auf das Gesundheitssystem des Landes „stark“, da Mütter der Meinung sind, dass „Säuglingsnahrung den Nährstoffnutzen von Muttermilch entsprechen kann“.

Die Studie hat auch festgestellt, dass es in den letzten drei Jahrzehnten „eklatante Verstöße“ gegen den Milchkodex gegeben haben, die von Herstellern von Säuglingsnahrung begangen wurden.

Das Gesetz sieht vor, dass es Milchunternehmen verboten ist, professionelle Schulungen und Veröffentlichungen von Gesundheitsklinikmaterialien wie Babybüchern zu sponsern.

Wie stark der Einfluss von Nestle und Co. ist sieht man besonders deutlich in den großen philippinischen Supermärkten, wie SM und Robinson, wo es eigene Abteilungen gibt, in denen „Premium Milk“  verkauft wird. Ein extra geschulter Verkäufer berät die Kunden über die „Vorteile“  der angebotenen Säuglingsnahrung.

Ärzte in Krankenhäusern empfehlen jungen Müttern, nach der Entbindung eine spezielle Säuglingsnahrung, und schreiben sogar Rezepte dafür aus.

Redaktion

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