Philippinische Seeleute lieben Deutsche Schokolade

Süßes für die Lieben zu Hause – Seeleute fegen Schokoladenregale leer

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Manila, Philippinen – Ob Vollmilch, Nuss, Marzipan – als Tafel, Riegel oder auch Praline – philippinische Seemänner lieben deutsche Schokolade: Wenn sie in Bremerhaven oder Hamburg sind, decken sie sich kistenweise damit ein – als Mitbringsel für ihre Liebsten.

Die Läden in den Häfen haben sich mittlerweile auf die hohe Nachfrage nach Schokolade eingestellt. Im Supermarkt „Roter Sand“ nahe dem Bremerhavener Überseehafen wurden die Regale in der Schokoladenabteilung vergrößert, damit mehr Tafeln hintereinander liegen können. „Sonst wären die Regale schnell leer gefegt“, sagt Inhaber Jens Knauer.

Und weiter: „Die Seeleute wissen, dass selbst die günstigen No-Name-Produkte eine sehr hohe Qualität haben.“ Viele griffen aber auch ganz gezielt zu den bekannten Marken.

Philippinische Seeleute lieben Deutsche Schokolade

Die größte eingekaufte Schokoladenmenge eines Seemannes, die Knauer erlebt habe, seien mehr als 2000 Tafeln gewesen – also rund 200 Kilo. „Er hat wohl eine große Familie“, schmunzelt Knauer.

Auch die Seemannsmissionen in Hamburg und Bremerhaven haben das Sortiment in ihren Shops auf die Bedürfnisse der Seeleute ausgerichtet. Rund 1000 Kilo Schokolade verkauft der Seemannsclub Duckdalben pro Monat – bei rund 3000 Besuchern monatlich.

Joel Soriano von den Philippinen steht vor dem Süßigkeitenregal im Bremerhavener Seemannsclub Welcome und sucht sich Tafeln aus. „Deutschland ist der beste Ort, um Schokolade zu kaufen“, sagt der 43-Jährige. „Der Preis ist wirklich akzeptabel und wir mögen den Geschmack. Wenn wir nach Hause kommen, ist es Tradition, unseren Familien etwas zu schenken.“

Die sechs jungen Seemänner von den Philippinen sind gut gelaunt. Sie haben alles gefunden, was sie im Bremerhavener Supermarkt „Roter Sand“ gesucht haben – Schokolade in allen Varianten: Vollmilch, Nuss, Marzipan; als Tafel, Riegel oder auch Praline. Jeder hat einen Einkaufskorb vor sich, der bis oben hin voll ist. „Wenn wir in Bremerhaven sind, kommen wir jedes Mal her“, sagt Emeth Ibanez auf Englisch. „Deutsche Schokolade ist lecker“, ergänzt sein Kollege Jefferson Clanza und lacht.

Doch die meisten Tafeln werden die Seeleute nicht selbst essen, sie sind als Mitbringsel für Familie und Freunde gedacht. Schokolade aus Deutschland steht bei ihnen hoch im Kurs. „Sie ist anders als bei uns“, betont Emeth Ibanez. Dieses Mal kauft er für einen an Bord gebliebenen Kollegen mit ein. „Die Seeleute wissen, dass selbst die günstigen No-Name-Produkte eine sehr hohe Qualität haben“, sagt Supermarkt-Inhaber Jens Knauer. Viele griffen aber auch ganz gezielt zu den bekannten Marken.

Knauers rund um die Uhr geöffneter Supermarkt am Eingang zum Überseehafen in Bremerhaven hat sich mittlerweile auf die hohe Nachfrage nach Schokolade eingestellt. Die Regale in der Abteilung wurden extra vergrößert, damit mehr Tafeln und Packungen hintereinander liegen können. „Sonst wären die Regale schnell leer gefegt“, sagt Knauer. Bei ihm können die Seefahrer auch mit Dollar bezahlen.

Antje Zeller vom Club Welcome hat schon erlebt, wie Seeleute per Smartphone und Video mit ihren Familien telefonieren – und Frau und Tochter dabei vom Sofa aus bestimmte Süßigkeiten ordern. Dass jemand kartonweise Riegel wegtransportiere, sei keine Seltenheit. Rund 85 Kilo Schokolade pro Woche gehen weg. „Bei der Auswahl wird ganz genau auf das Haltbarkeitsdatum geguckt“, sagt Zeller.

Die Erfahrung hat auch Olaf Schröder vom Hamburger Seemannsclub Duckdalben gemacht. „Die Seeleute sind zum Teil neun Monate von Zuhause weg, wenn die Schokolade nur noch zwei Monate haltbar ist, haben sie ein Problem.“ Rund 1000 Kilo Schokolade verkauft der Duckdalben pro Monat – bei rund 3000 Besuchern monatlich. „Schokolade ist ein beliebtes Mitbringsel“, sagt Schröder. Für den sofortigen Verzehr kauften die philippinischen Besucher im Shop meist lieber scharfe Chips aus Südostasien, die der Duckdalben extra ordere. „Damit sie die Heimat auf die Zunge kriegen“, sagt er.

Quelle: Redaktion / Bild / dpa / MK

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