Amnesty International verurteilt Tötung von Menschenrechtsanwalt Benjamin Ramos

 Amnesty International

Manila, Philippinen – Amnesty International fordert eine Untersuchung zur Tötung des philippinischen Menschenrechtsanwalts Benjamin Ramos. „Die Ermordung eines Menschenrechtsanwalts ist ein neuer Tiefpunkt in der sich verschlechternden Kultur der Straflosigkeit auf den Philippinen und ein weiterer Schlag gegen die ohnehin schon trostlose Menschenrechtsbilanz der Regierung“, so die Menschenrechtsorganisation.

Ramos sei unter anderem ein scharfer Kritiker des sogenannten „Kriegs gegen die Drogen“ von Präsident Rodrigo Duterte gewesen, bei dem „tausende Menschen ermordet oder außergerichtlich hingerichtet wurden“, erklärte der Amnesty International Philippinen-Vorsitzende Ritz Lee Santos III am Donnerstag in einer Aussendung.

„Wenn Menschenrechtsaktivisten endgültig zum Schweigen gebracht werden, wer sonst wird sich für die wachsende Zahl von Opfern von Menschenrechtsverletzungen einsetzen?“, meinte Ritz Lee Santos III. „Wir fordern die Regierung auf, rasch eine gründliche und unparteiische Untersuchung der Ermordung von Ramos sowie der zahlreichen anderen Anwälte und Richter seit Beginn der Amtszeit von Präsident Rodrigo Duterte einzuleiten. Wenn dies nicht geschieht, kommt das (…) einer völligen Verachtung des Rechts auf Leben gleich, für das die derzeitige Regierung bereits scharf kritisiert wird.“

Derzeit setzt sich Amnesty International auch für die philippinische Senatorin Leila de Lima ein. Als Vorsitzende der Philippinischen Menschenrechtskommission habe sie 2012 Dutertes Verbindungen zu einer „Vielzahl außergerichtlicher Exekutionen“ in Davao City untersuchen lassen. Derzeit sei sie „aufgrund falscher Anschuldigungen“ im Gefängnis. Amnesty fordert ihre bedingungslose und sofortige Freilassung.

Der Menschenrechtsanwalt Ramos wurde in der Stadt Kabankalan erschossen, wie die Polizei und seine Kollegen am gestrigen Mittwoch mitteilten. Er hatte mutmaßliche Rebellen und Drogenkonsumenten verteidigt. Zuletzt habe er den Familien von erschossenen Arbeitern einer Zuckerplantage geholfen, so die Anwaltsvereinigung NUPL.

Ramos ist bereits der 34. getötete Anwalt seit dem Amtsantritt von Präsident Duterte 2016. Nach offiziellen Zahlen wurden im Zuge seines Anti-Drogen-Feldzugs etwa 4.850 Menschen von Sicherheitskräften getötet. Menschenrechtler gehen von weit mehr Opfern aus.

Quelle

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