Die Geister, die ich rief… – Regierung fordert Duterte-Unterstützer auf keine falschen Nachrichten mehr zu verbreiten

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Manila, Philippinen – Hat sich Duterte in seiner Präsidentschaftskampagne 2016 und darüber hinaus auf die Verbreitung von falschen Nachrichten durch seine Unterstützer verlassen, fordert nun die Regierung, keine falschen Nachrichten über den Präsidenten zu verbreiten.

Die Staatssekretärin für Kommunikation, Lorraine Badoy, richtete diesen Appell am Rande des Facebook Community Standards Feedback Forums in Singapur, am Dienstag, 13. November 2018, an die Duterte-Unterstützer.

Badoy sagte, das Presidential Communications Operations Office (PCOO) nehme die Kampagne gegen Desinformation „sehr ernst“.

Badoy sagte, sie sehe keinen Grund, warum die Leute, die den Präsidenten unterstützen, Lügen über ihn verbreiten müssen, wenn er seine Arbeit ohnehin macht.

„Wenn es Pro-Dutertes gibt, die glauben, dass sie gefälschte Nachrichten verbreiten müssen, muss ich ihnen sagen, dass Sie dies nicht brauchen. Der Präsident macht einen wunderbaren Job. Bitte lüge nicht über ihn. Er braucht es nicht“, sagte sie weiter.

Badoy sagte, die Menschen müssten „erzogen“ werden, um nicht Opfer zu werden oder falsche Nachrichten zu liefern. Die stärkste Waffe gegen all diese Desinformation sei die Medienkompetenz.

In den vergangenen Wochen hatte Facebook bereits hunderte von Pro-Duterte Accounts und Seiten gesperrt, die falsche Nachrichten über Kritiker von Präsident Duterte verbreitet haben.

Fake News überschwemmen die Philippinen

Facebook entfernt Pro-Duterte-Seiten wegen Verstoßes gegen Richtlinien

Auf der anderen Seite Hat die Duterte-Administration bekannte Blogger dafür bezahlt falsche Nachrichten zu verbreiten, die bekannteste Person der philippinischen Blogger-Szene ist Mocha Uson, die bis vor wenigen Wochen Sekretärin für Kommunikation war. Vor Ihrer Zeit als Duterte-Supporter war Uson eine namhafte Sex-Bloggerin, die zur sexuellen Aufklärung der philippinischen Bevölkerung beigetragen hat.

Mit gezielten Falschinformationen über Kritiker von Duterte, wie Senator Trillanes, dem sie illegale ausländische Konten unterstellte, oder Senatorin De Lima, der sie ein sexuelles Verhältnis zu ihrem Fahrer nachsagte, hat sich Uson auf den Philippinen den Namen „Fake-Queen“ erworben.

Nach mehreren Skandalen um Kampagnen zum Föderalismus und Gehörlosen, musste Uson ihren Stuhl in der Duterte-Administration räumen.

Ein weiterer Pro-Duterte-Blogger, Drew Olivar behauptete am Donnerstag, 20. September 2018 in einem Facebook-Post, dass am nächsten Tag auf Edsa (längste Strasse in Metro Manila) ein Bombenanschlag stattfinden könnte, Demonstranten wollten an diesem Tag zum Gedenken an den 46. Jahrestag der Verhängung der Kriegsrechtserklärung Kundgebungen veranstalten.

Falsche Bombenwarnung im Internet – Sonderbehandlung für Pro-Duterte-Blogger

Das Präsidialdekret Nr. 1727 verbietet es jedem, Bombenwitze oder die Verbreitung falscher Informationen über Bomben zu verbreiten. Straftäter können mit einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren und / oder einer Geldstrafe von bis zu 40.000 Pesos rechnen.

Drew Olivar erhielt jedoch eine Sonderbehandlung, er wurde bis heute weder verhaftet noch angeklagt.

Redaktion

 

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