Ein Jahr in einer unvorstellbaren Welt – Elendsviertel auf den Philippinen

Kin­der, die auf und von Müll­ber­gen le­ben. Ba­bys, die von ih­ren El­tern ver­las­sen oder vor Kir­chen ab­ge­legt wer­den. All das ist Teil der Welt, die Re­bec­ca Blum auf den Phi­l­ip­pi­nen er­lebt hat.

Rebecca Blum

Rebecca Blum: Selfie mit Kindern. Foto: Rebecca Blum

Manila, Philippinen – Sie verbrachte im Auftrag einer Hilfsorganisation ein Freiwilligenjahr in Tondo, dem größten Slum der philippinischen Hauptstadt Manila. Der Kontrast zwischen arm und reich sei überwältigend, das übliche Verkehrschaos das größte der Welt, Schmutz und Müll seien für Europäer unvorstellbar.

Arbeitsplatz Müllberg

Die Müllberge seien Tausenden Familien Wohnort, Arbeitsplatz und Nahrungsquelle. »Mittendrin Kinder, die selbst überlassen ums Überleben kämpfen«, so schilderte Blum ihre ersten Eindrücke nach der Ankunft bei einer deutschen Missionarsfamilie, die seit über 20 Jahren in Tondo Dienst tut.

Unter anderem betreibt die Familie ein Kinderheim und eine Kindertagesstätte, wo die Dietenhanerin die meiste Zeit arbeitete. Drei neue Kinderhäuser sollen jetzt aus Spendenmitteln gebaut werden. »Es ist eine komplett andere Welt«, Kinder trügen nach Kräften zum Familieneinkommen bei, für Schule sei weder Zeit noch Gelegenheit. Auch die Familienstrukturen seien oft zerrissen, Alkohol und Drogen seien große Probleme, Verzweiflung und Schicksale seien nur schwer auszuhalten, sagte Blum. »Kinder sterben oftmals an den einfachsten Dingen, nur weil die Eltern es nicht besser wissen«.

Hilfe wird ausgebaut

Die Hilfe sei im Ausbau. Seit zwei Jahren gebe es neben dem Haus der Hoffnung, das heute fast nur der Babybetreuung vorbehalten ist, auch ein Dorf der Hoffnung. Dort leben die älteren Kinder. Blum berichtete von einem sechsjährigen Mädchen, dass sich und zwei kleinere Geschwister über Monate auf der Straße allein durchgebracht hatte.

Oft sei es so, dass Kinder Kinder bekämen, auch diesen Kreislauf müsse man unterbrechen, sagte Blum. Für die Kinder im Heim seien Bildung und Ausbildung die Perspektiven, oder auch Adoption. Blum zeigte Bilder von einem Jungen, der mittlerweile in Italien eine neue Heimat gefunden habe.

Für das Dorf der Hoffnung gehe es jetzt darum, mit eigener Landwirtschaft, Tier- und Fischzucht in die Selbstversorgung zu starten. Ein weiteres Projekt soll die Mission in entlegenerer Gebiete tragen.

Blum bat um Spenden für die Vision Help international care foundation, die auf den Philippinen aktiv ist.

Quelle

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