Fidel Labradors letzte Reise

Fidel Labrador

Der schwer kranke Seemann wollte zurück in seine Heimat auf die Philippinen. Spender ermöglichten es durch eine Crowd-Funding-Aktion.

Manila, Philippinen – Für den philippinischen Seemann ­Fidel Labrador war die Deutsche Seemannsmission am Michel eine Art zweite Heimat. Jetzt haben seine Vertrauten in Hamburg ihm einen riesigen Freundschaftsdienst erwiesen, indem sie ihm seinen letzten großen Wunsch erfüllten. Sie ermöglichten durch eine Spendeninitiative, dass Fidel Labrador in sein Heimatdorf Lubao nördlich der Hauptstadt Manila zurückkehren konnte.

Der Reihe nach. Wie viele seiner Landsleute arbeitete Fidel Labrador den größten Teil seines Lebens auf Schiffen deutscher Reedereien. Seine Frau, seine vier Kinder und die Enkel konnte er nur selten sehen, weil er viele Jobs annahm, um die Familie in der Heimat unterstützen zu können. Flüge nach Hause waren zu teuer für ihn. Seit 15 Jahren wohnte er immer wieder im Haus der Deutschen Seemannsmission am Krayenkamp 5. Felix Tolle, der die Einrichtung gemeinsam mit Susanne Hergoss leitet, beschreibt Fidel als vergnügten Typ, der sehr beliebt gewesen sei.

Fidel Labradors persönliche Situation veränderte sich dramatisch, als er, der auch als Rentner weiterhin in Deutschland jobbte, vor etwa einem Jahr einen Infarkt erlitt und seither so eingeschränkt ist, dass er sich nicht mehr selbst versorgen kann. „Es machte ihn traurig, dass er nicht mehr aus eigener Kraft auf die Philippinen zurückkehren konnte. Er wünschte sich sehr, seine Familie wiedersehen zu können“, erzählt Felix Tolle. Fidel Labradors philippinischer Freund Abraham Giray, der ihn im Pflegeheim in Wilhelmsburg betreute, und die Heimleitung vom Krayenkamp beschlossen daraufhin, über die vier Hamburger Einrichtungen der Seemannsmission (die Seemannsheime in Altona und am Michel, den Seemanns-Club Duckdalben und die Seafarers-Lounge) eine Online-Spendenkampagne bei der Crowdfunding-Plattform GoFundMe zu starten.

Das Ergebnis war überwältigend. Bis heute sind etwa 12.000 Euro für Labradors letzte Reise zusammengekommen. Dass die von den Initiatoren zunächst angepeilten 5000 Euro deutlich übertroffen wurden, erwies sich als Glücksfall: Die „Schwarmintelligenz“ hatte zufällig genau so viel gesammelt, wie tatsächlich für die teure Reise (und die Familienpflege danach) mit Krankenwagentransporten, Flugtickets (auch für den notwendigen medizinischen Begleiter), Spezialrollstuhl und -bett sowie Medikamenten benötigt wurden. Am Donnerstag konnte Fidel Labrador seine Heimreise antreten. ­Allen Spendern lässt er in seiner Heimatsprache ausrichten: „Maraming salamat“ – herzlichen Dank!

Quelle

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Holiday Dream Home Angeles