Späte Väter auf den Philippinen – Vaterglück mit 50 Plus

späte Väter

Manila, Philippinen – Wenn in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz ein Mann mit über 50 einen Kinderwagen vor sich her schiebt, an seiner Seite eine erheblich jüngere Frau, wird dies zumindest mit Unverständnis wahrgenommen.

Die Gesellschaft bringt nur wenig Verständnis für die späten Väter auf. Es sei unnatürlich und nur bedingt gut für das Kind, so die Ansichten vieler.

Nicht so auf den Philippinen, Ausländer die sich hier niederlassen beginnen mit vielem neu, auch mit der Familienplanung.

Ältere Väter entscheiden sich bewusster für den Nachwuchs

Wenn auf den Philippinen ein älterer Mann (und nicht nur Ausländer) einen Kinderwagen vor sich herschiebt wird das von der Gesellschaft nicht nur toleriert, sondern mit Bewunderung wahrgenommen. Zeigt es doch, dass die späten Väter familienorientiert sind, was auf dem Archipel einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert hat.

Hier ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Mann mit über 50 eine Partnerin hat, die 10, 20 oder sogar 30 Jahre jünger ist.

Die älteren Kinder der rüstigen Väter nehmen es meist leicht, sie stehen normalerweise tolerant dem neuen Geschwisterchen und der neuen Partnerin gegenüber, die vielleicht sogar wesentlich jünger als die eigene Mutter ist und die sogar die eigene Schwester sein könnte. Denn die erwachsenen Kinder aus einer frühen Beziehung spüren instinktiv, dass es dem Vater gut tut und er sein Leben genießt. Als bitterer Beigeschmack bleibt wahrscheinlich das Gefühl und der Wunsch, der Vater hätte zur eigenen Kindheit genauso viel Zeit für sein Kind gehabt, wie er es jetzt hat.

Denn dies ist einer der Gründe, weswegen Männer auch in älteren Jahren noch gern Nachwuchs haben möchten. Sie wissen sehr oft um die verlorene Zeit, die sie meist aus beruflichen Gründen nicht mit ihren ersten Kindern verbringen konnten. Sie wollen es besser machen und haben den Vorteil, dass wichtige Karriereschritte bereits hinter ihnen liegen und sie nicht das Gefühl haben, beruflich etwas zu verpassen oder es einfach billigend in Kauf nehmen. Wohlwissend um den Gewinn den sie dadurch erreichen: Zeit mit dem eigenen Kind, unwiederbringliche Eindrücke und Bindungen.

Für die «Spätzeuger» spricht eindeutig deren Lebenserfahrung. Sie haben zumeist eine gesicherte berufliche Existenz und die Karriere-Überholspur verlassen. Das erlaubt ihnen, die alltäglichen Herausforderungen mit einer gewissen Leichtigkeit anzunehmen. Umso bewusster und auch intensiver sind sie in der Lage, sich dem Nachwuchs zu widmen; auch und gerade, wenn es einmal hektisch wird. Aus Sicht der neugeborenen Kinder ist die grössere soziale Sicherheit, unter der sie heranwachsen, sehr positiv. Und auf die kommt es vor allem an.

Werden in Europa die Kinder von älteren Vätern Stigmatisiert, gerade für Teenager kann es schnell zur Belastung werden, wenn der eigene Vater ständig für den Grossvater gehalten wird, sieht es auf den Philippinen ganz anders aus. Auch im fortgeschrittenen Alter und möglichen Pflegefalls, werden die Väter im Familienverband betreut.

Warum entscheiden sich junge Filipina für einen älteren Partner?

Die Frauen haben es nur auf das Geld des Ausländers abgesehen, ist die vorherrschende Meinung vieler Touristen, die das Land kaum kennengelernt haben.

Es mag diese Fälle geben, doch in der Regel halten diese Beziehungen nicht lange.

Frauen auf den Philippinen werden in der Regel früh Mütter, 10 Prozent aller Mütter sind zwischen 16 und 19 Jahren. Die philippinischen Väter machen sich, sobald sie von der Schwangerschaft hören aus dem Staub, Unterhaltszahlungen gibt es auch auf den Philippinen, doch die werden nicht durchgesetzt, da die Väter kein Geld haben.

Im Familienverband werden die Kinder akzeptiert, trotzdem dies meist zu einer höheren finanziellen Belastung führt. Meist sind die Mütter gezwungen das Elternhaus zu verlassen und ihr Kind zurückzulassen, um irgendwo einen schlecht bezahlten Job anzunehmen.

Die Frauen haben dann genug von gleichaltrigen Partnern, die Enttäuschung sitzt zu tief.

Entscheidet sich eine junge Mutter für einen älteren Partner, kommt als erstes die Angst, ob der Partner das Kind akzeptiert, deswegen verheimlichen sie es so lange es geht.

Der neue Partner bringt aber nicht nur finanzielle Sicherheit, vor allem genießen es die Frauen umsorgt zu werden, vom Partner zu lernen, keine Angst mehr haben zu müssen verlassen zu werden und die Anerkennung durch die eigene Familie.

In jungen Jahren stört die Kinder das Alter ihres Vaters nicht. Sie genießen einfach die Zeit, die Entschlossenheit ihrer Väter und die Konsequenz, in der sie in ihrer Vaterrolle aufgehen. In der Pubertät haben wahrscheinlich nicht nur späte Väter Probleme mit ihren Kindern und verstehen sie nicht mehr – das ist wohl ein weit verbreitetes Phänomen aller Teenager – Eltern. Letztendlich zählt doch eher die Tatsache, dass ein Kind in einer liebevollen Umgebung aufwächst, mit Eltern, die sich Zeit nehmen und die für ihr Kind alles geben würden – egal wie alt sie sind.

Redaktion

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