Grab Philippines – Die verpasste Chance

Grab

Manila, Philippinen – Seitdem Anfang des Jahres der Fahrdienstvermittler Grab die Geschäftstätigkeiten seines Konkurrenten Uber auf den Philippinen übernahm häufen sich die Probleme.

Es wäre so schön gewesen, ein Taxi bestellen und noch vor der Abfahrt den Endpreis wissen, doch diese Chance ist mit Grab leider vertan. Wer Manila kennt weiß, einen freundlichen Taxifahrer zu finden, dessen Taxameter nicht manipuliert ist, oder der einen Aufschlag verlangt, ist nicht so einfach.

Besonders in diesem Jahr häuften sich die Beschwerden von Kunden, die über die App von Grab ein Taxi bestellten. Für Grab fahren unter anderem Privatpersonen, kleinere Unternehmen, aber auch gewöhnliche Taxis.

Bestellten Kunden ein Taxi über die App wurde die Strecke angezeigt und der Preis kalkuliert, kam dann der Fahrer wollte der den Preis neu verhandeln und forderte seinen Kunden auf die Fahrt zu stornieren. Weigerte sich der Kunde fuhr der Fahrer weiter.

Im vergangenen April bestrafte Grab Philippines fast 500 Fahrer nach einer internen Untersuchung zu Beschwerden, wonach Fahrer die Fahrbuchungen von Fluggästen unentschuldbar stornierten.

Noch schlimmer treiben es die Taxiunternehmen die auch für Grab fahren. Nehmen sie eine Fahrt über die App von Grab an, gelten die Geschäftsbedingungen des Fahrdienstvermittlers, was die Taxifahrer jedoch nicht davon abhielt diverse Aufschläge zu fordern. So sollten Fahrgäste einen Aufschlag für Gepäck entrichten oder sogar den doppelten Fahrpreis bei Überschreitung der Stadtgrenze.

Aber es wurde noch schlimmer

Am 26. Oktober buchte ein junger Mann (20) über Grab ein Taxi, Pech für den Fahrgast, der Fahrer war völlig übermüdet, er kollidierte erst mit mit einem anderen Fahrzeug um dann gegen den Strommast der Straßenbahn zu fahren. Der junge Mann erlitt schwere Gehirnverletzungen und liegt seither im Koma.

Technische Probleme

Auch technische Probleme kennzeichneten den Weg des Fahrdienstvermittlers in diesem Jahr. Nach einer Datenpanne, Anfang des Jahres, als tausende Kundeninformationen gehackt wurden, kam es im Oktober zu einen neuen Zwischenfall.

Am 25. Oktober erlebte die App eine Panne, wodurch die Tarife für aller Fahrdienste unabhängig von der Gesamtstrecke der Reise auf ein Minimum sanken. GrabCar- und GrabShare-Tarife befanden sich auf PHP 80, während der Sechs-Sitzer-Service bei PHP 120 lag.

In diesem Jahr erhielt das Unternehmen außerdem eine Strafe in Höhe von 10 Millionen Pesos, die vom Land Transportation Franchising and Regulatory Board (LTFRB) wegen Überbeanspruchung seiner Kunden verhängt wurde.

Und noch mehr Strafgelder

Abgesehen von der LTFRB hat das Kartellamt des Landes, die Philippine Competition Commission (PCC), die Fusion mit Uber wegen der „unangemessenen Schwierigkeiten“ bestraft, die den Überprüfungsprozess ihres umstrittenen Übernahmeabkommens beeinträchtigten.

Im Oktober verhängte PCC gegen Grab eine Geldbuße von 12 Millionen Pesos, nachdem die Bedingungen vor der Fusion, wie Preispolitik, Fahreraktionen, Fahreranreize und Servicequalität, verletzt wurden. Uber wurde wegen derselben Verstöße auch mit einer Geldstrafe von 4 Millionen Peso bestraft.

Redaktion

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