Spenden für hungerfreies Weihnachtsfest

Reisspende

Manila, Philippinen – Weihnachten bedeutet für die meisten Menschen in der Region, dass sie Zeit mit ihrer Familie verbringen. Gutes Essen gehört auch dazu.

Dass es auf den Philippinen so viele arme Menschen gibt, die sich auch an Festtagen keine vernünftige Mahlzeit leisten können, hat Martin Riester aus Gutenstein keine Ruhe gelassen. Vor 17 Jahren verteilte er zum ersten Mal Reis, den er mit Spenden aus Deutschland gekauft hatte, an bedürftige Familien in der Region Panabo auf der Insel Mindanao. Die Aktion Reissack des von Riester gegründeten Hilfsprojekts Mariphil ist von Jahr zu Jahr bekannter geworden und kann immer mehr Menschen zumindest ein hungerfreies Weihnachtsfest bescheren.

„Es ist einfach toll, dass immer mehr Menschen in ganz Deutschland und der Schweiz unsere Aktion unterstützen“, sagt Martin Riester. Im vergangenen Jahr hätte mit 2209 Reissäcken so viele Familien wie nie beschenkt werden können. Die Reissäcke werden meist in kleinere Portionen unterteilt und kommen so auch Verwandten und Nachbarn der beschenkten Familien zugute. „Dass auch in Nord- oder Ostdeutschland Menschen in der Vorweihnachtszeit für Reissäcke spenden, liegt hauptsächlich daran, dass Praktikanten und ehemalige Praktikanten unseres Kinderdorfs und Paten längst nicht mehr nur aus Oberschwaben kommen“, sagt Riester. „Die machen in ihrem Familien- und Bekanntenkreis Werbung für die Reissack-Aktion.“

Mit den Spendensummen wächst auch die Organisations- und Koordinationsarbeit vor Ort. „Das Verteilen der Reissäcke lässt sich schon längst nicht mehr so einfach neben dem laufenden Betrieb im Kinderdorf abwickeln“, sagt Riester. So haben etwa bereits Praktikanten aus Deutschland das Projekt gemeinsam mit Mariphil-Mitarbeitern betreut. „In diesem Jahr haben wir uns entschieden, die Aktion vor Ort ganz in philippinische Hände zu geben“, so Riester. Das entspreche auch dem Grundsatz des Hilfsprojekts, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.

Eigene Reismühle

Die Aktion wird nun von drei philippinschen Frauen koordiniert, die das Projekt schon seit Jahren kennen: Karren Dagundon leitet das Mariphil-Kinderdorf, Mary Grace Cabaguing ist für die Bauernkooperarive zuständig und Kristel Regmal kümmert sich um die Buchhaltung und die Krankenversicherung der von Mariphil betreuten Familien. Die drei haben mit den Barangay-Captains, den Ortsvorstehern der verschiedenen Bezirke gesprochen, Infomaterial verteilt und den Bauern der Kooperative den für die Aktion notwendigen Reis abgekauft.

„Die Kooperative hat jetzt eine eigne Reismühle, die von Fördermitteln der Regierung angeschafft werden konnte“, sagt Martin Riester. So kann der Reis, der in der Kooperative getrocknet wird, auch dort geschält werden. „Sonst musste das auswärtig gemacht und natürlich bezahlt werden“, so Riester. Der Zeitplan für die Verteilung ist straff. So werden die ersten Säcke bereits Ende November verteilt, um alle Familien erreichen zu können.

Seit einigen Jahren ist übrigens Gerlinde Kretschmann, die Frau des Ministerpräsidenten, Schirmherrin und Botschafterin der Aktion Reissack und des Mariphil-Kinderdorfs. Sie wirbt nicht nur mit ihrem Gesicht auf den Flyern der Aktion, sondern verteilt diese auch selbst. Zum Beispiel beim Sigmaringer Weihnachtsmarkt der Schulen am Samstag, 1. Dezember.

Info:

Unabhängig von unserer Weihnachtsspendenaktion können Interessierte einen Sack mit 40 Kilogramm Reis für 40 Euro kaufen und so für volle Teller zum Weihnachtsfest sorgen.

Der Reis stammt von Bauern der Mariphil-Kooperative und wird von Mitarbeitern an die bedürftigen Familien verteilt. Im Gegenzug erhalten die Spender auf Wunsch eine Spendenbescheinigung und einen Brief von der beschenkten Familie. Die Kosten für die Briefmarke sind in der Spende enthalten.

Die Summe für einen oder mehrere Reissäcke sollte unter dem Stichwort „Reissack“ auf das Konto bei der Südwestbank Stuttgart, IBAN: DE78 6009 0700 0863 1780 06 überwiesen werden. Für eine Spendenbescheinigung und einen Dankesbrief wird die Adresse des Spenders benötigt.

Weitere Infos: www.mariphil.com. Für Fragen steht Martin Riester unter Telefon 01520/6653855 oder per Mail an martin.riester@mariphil.net zur Verfügung.

Quelle

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