Klinikum in Brandenburg möchte 20 Krankenschwestern von den Philippinen gewinnen

Städtische Klinikum der Stadt Brandenburg

Das Städtische Klinikum der Stadt Brandenburg an der Havel aus der Luft. Quelle: Rüdiger Böhme

Manila, Philippinen – Das städtische Klinikum in Brandenburg/Havel geht weite Wege, um gute Krankenschwestern zu gewinnen. Im Januar fliegt Pflegedienstdirektor Lutz Pelchen mit einer Kollegin auf die Philippinen, um dort Bewerbungsgespräche zu führen, wie Geschäftsführerin Gabriele Wolter berichtet.

Das Brandenburger Klinikum beteiligt sich an dem Projekt „Triple Win“ (dreifacher Gewinn), mit dem die Bundesagentur für Arbeitqualifizierte Pflegefachkräfte aus SerbienBosnien-Herzegowina und den Philippinen für Einrichtungen der Kranken- und Altenpflege gewinnt.

Gute Erfahrungen

Krankenschwestern auf den Philippinen haben in ihrem Heimatland eine sehr gute Bachelor-Ausbildung bekommen, berichtet Gabriele Wolter. Von Berufskollegen aus anderen Krankenhäusern weiß sie von guten Erfahrungen mit philippinischen Krankenschwestern, die natürlich vor ihrem Arbeitsbeginn in Brandenburg noch gute Deutschkenntnisse gewinnen müssen.

Mitte Januar reist Pflegedienstdirektor Pelchen für eine anstrengende Woche nach Manila. Dort wird er mit seiner Kollegin eine Woche lang Gespräche mit 40 Bewerberinnen führen und auswerten. Laut Geschäftsführerin möchte das Klinikum im Idealfall zwanzig Fachkräfte für Brandenburg/Havel gewinnen.

„Wir hoffen, dass die ersten vielleicht schon Mitte des Jahres soweit sind, dass sie bei und anfangen können“, sagt Lutz Pelchen, der außer den Bewerberinnen nicht viel sehen wird von dem fernen Land.

Nicht ausreichend eigener Nachwuchs

Die weitreichenden Bemühungen des Klinikums haben ihren Grund. Denn alle Welt sucht qualifizierte Frauen und Männer für die Kranken- und Altenpflege.

Das Brandenburger Klinikum betreibt zwar eine Medizinische Schule in der Stadt. Doch längst nicht alle Absolventinnen wechseln nach ihrer Ausbildung ins Krankenhaus an der Hochstraße.

Wer als Krankenschwester ausgebildet ist, hat wenig Mühe, einen Arbeitsplatz zu finden. Krankenhäuser und Pflegedienste konkurrieren um die Pflegekräfte, es gibt in aller Regel mehr Stellen als Bewerber. „Vom jüngsten Abschlussjahrgang unserer Medizinischen Schule haben wir 15 Pflegekräfte übernehmen können“, berichtet Klinikum-Geschäftsführerin Gabriele Wolter.

Bemühungen in Osteuropa

Die Krankenhausmanagerin hätte gern deutlich mehr übernommen, immerhin kann sie noch auf weitere sieben Nachwuchskräfte für ihr Haus hoffen. Denn der Bedarf ist hoch. Um genügend Schwestern und Pfleger am Krankenbett zu wissen, schlägt die Geschäftsführerin schon seit mehreren Jahren auch ungewöhnlich Wege ein.

So ist es mit Hilfe einer Agentur gelungen, mehrere Schwestern aus Ländern wie der UkraineMoldawien und Mazedonien zu gewinnen. Von heute auf morgen geht so etwas nicht. Das Klinikum investiert viel.

Kandidatinnen aus diesen osteuropäischen Ländern können zunächst an einem Schnupperpraktikum in Brandenburg/Havel teilnehmen. Ihr möglicher späterer Arbeitgeber zahlt für die Unterkunft, Verpflegung und Anleitung.

Bei gegenseitigem Interesse erwerben die Kandidatinnen ausreichende deutsche Sprachkenntnisse, die sie in Prüfungen nachweisen müssen. Krankenschwestern aus Nicht-EU-Ländern wie der Ukraine Reisen nach Ablauf ihres Touristenvisums meist erst zurück in ihre Heimat.

Sind alle bürokratischen Hürden, legen die Krankenschwestern aus dem Ausland theoretische und praktische Kenntnisstandsprüfungen ab, ehe sie zunächst als Krankenpflegehelferinnen ihre Arbeit aufnehmen. Ziel ist die Beschäftigung als examinierte Pflegekraft.

Eine Krankenschwester aus der Ukraine arbeitet bereits im Klinikum, drei weitere befinden sich auf der Zielgeraden, wie Lutz Pelchenberichtet. Andere wiederum absolvieren noch ihren Deutschunterricht, kommen also später.

Quelle

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