Ein „Engelteam“ sagt Danke

Jecylene

Dank der HIlfe aus Wiesbaden und Mainz kann Jecylene (im Rollstuhl) nun wieder ein normales Leben führen.

Manila, Philippinen –  „Das Schicksal hat mich sofort berührt. Eine junge Frau, die keine Hände und Beine mehr hat: Da muss man helfen“, erzählt Hans-Jürgen Pohl.

Er ist einer von knapp 50 Spendern, die im Fall der philippinischen Jecylene mit einer Geldspende neue Prothesen ermöglicht hat.
Zahlreiche Weitere taten es ihm gleich. 24 000 Euro kamen zusammen. Jecylene lernte wieder laufen und schreiben. Am Freitag blickte der leitende Orthopädietechniker Mike Unmacht ein letztes Mal auf eine für alle Beteiligten „besondere Zeit“ zurück.

Die Reise von Jecylene in ein neues Leben begann vor etwas über einem Jahr. Damals erfuhr das Ehepaar Pedrozo von der gleichnamigen Mainzer Stiftung von dem Schicksal der heute 33-jährigen jungen Frau. Jecylene litt an einer arteriellen Verschlusskrankheit, ausgelöst durch eine bakterielle Infektion. Arme und Beine starben ab.

Die einzige Möglichkeit, Jecylenes Leben zu retten war die Amputation aller vier Extremitäten. Ein harter Schlag für die leidenschaftliche Tänzerin und Mutter von zwei Kleinkindern. Eine Krankenversicherung ist auf den Philippinen nicht üblich. Die Familie investierte viel Geld, um Jecylenes Leben zu retten. Das war vor genau vier Jahren, im Dezember 2014. Seitdem lebte Jecylene ohne Hände und Beine. Als Physiotherapeutin Elke Eppenstein und Orthopädietechniker Mike Unmacht 2017 von dem Schicksal über die Pedrozostiftung erfuhren, waren sie sich direkt einig: Hier können sie helfen. Das Wissen war da, der Wille groß. Aber es fehlte an finanziellen Mitteln. Unterstützung bekamen sie von der Kostheimer Michaelsgemeinde. Der Kirchenvorstand zeigte sich für das Projekt sofort offen. Aber die Spendensumme bereitete Sorgen: „Im Spendenbaukasten haben wir noch nie in den Dimensionen gesammelt“, erinnerte sich Pfarrerin Jung. Mit viel Engagement von Wiesbadenern und Mainzern gelang es, innerhalb eines halben Jahres 24 000 Euro für Jecylenes Prothesenversorgung aufzubringen. Eine, die das Projekt finanziell unterstützt hat, ist Anita Heil: „Bei anderen Projekten hört und sieht man nichts mehr, sobald das Geld überwiesen ist. Hier war klar, dass das Geld ankommt.“ Am Freitag kamen jene Spender zusammen, von denen die Kontaktdaten bekannt waren. Das „Engelteam“, wie Mike Unmacht die fleißigen Helfer im Fall von Jecylene liebevoll nennt, wollte sich bedanken. Ob eine Spende in Höhe von 50 Euro oder mehreren Tausend – die Michaelsgemeinde ist dankbar für jede von ihnen. Denn das Projekt ist durch die Spenden geglückt: Im Herbst lernte Jecylene innerhalb von fünf Wochen wieder laufen und schreiben. Heute schickt sie regelmäßig Videos an das „Engelteam“, zeigt ihre Fortschritte im Umgang mit den Prothesen. Jecylene ist in ihrem neuen Leben angekommen.

Ein kleines Polster für Reparaturen

Und von den 24 000 Euro ist sogar einiges übrig geblieben, sagte Mike Unmacht stolz. Das Geld liegt jetzt auf einem Konto für Jecylene. „Wenn irgendwann doch mal Reparaturen anfallen sollten, die vor Ort nicht gelöst werden können oder Ersatzteile benötigt werden, können wir nochmal helfen“, erklärte Unmacht. Die Spender sind begeistert: Von dem Umgang mit ihren Geldern und von dem persönlichen Engagement, das das „Engelteam“ geleistet hat. Sie sind froh, dass sie das Projekt unterstützt haben. „Und wenn doch irgendwann noch einmal Geld benötigt wird, dann meldet euch bitte“, verbalisiert eine der Spenderinnen abschließend die Dankbarkeit aller Beteiligten.

Quelle

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