300 Jugendliche gehen dank KTEP-Projekt zur Schule

Familie Kugel

Manila, Philippinen – Bereits im vergangenen Jahr haben die SZ-Leser für leuchtende Augen beim KTEP-Projekt auf den Philippinen gesorgt, wo sich Aurora und Reinhold Kugel aus Kressbronn zusammen mit ihren Kindern für diejenigen einsetzen, die Hilfe am Dringendsten benötigen.

Sie berichten im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung über die zahlreichen Neuigkeiten der vergangenen Monate – so gibt es beispielsweise durch die Berichte im vergangenen Jahr deutsche Familien, die regelmäßig Betroffene in Toril unterstützen.

Von Anfang an legt das Ehepaar den Schwerpunkt vor allem auf eins: die Selbsthilfe. „Uns liegt ganz besonders am Herzen, dass die Menschen sich selbst zu helfen imstande sind und nicht auf eine kontinuierliche Hilfe von außen angewiesen sind. Aus diesem Grund lag unser Fokus schon von Anfang an auf der Ausbildung. Diese eröffnet jungen Menschen bessere Perspektiven für die Zukunft und gibt ihnen später die Möglichkeit, sich selbst und ihre Familien zu versorgen“, erläutert Aurora Kugel und schiebt hinterher: „Nur so können die Menschen der Armut entkommen. Wenn die Leute gebildet sind und Arbeit im Land finden, gibt es auch weniger Streit und die Menschen bleiben meistens im Land, wo ihre Familien sind und flüchten weniger ins Ausland.“

Im Frühjahr konnten wieder 45 Schüler ihren College-Abschluss feiern. Alle Sponsoren wollen auch weiterhin Schüler unterstützen und finanzieren nun das Schulgeld für neue Jugendliche. Mehr als zehn weitere Sponsoren sind im Laufe des Jahres noch dazugekommen. Zur Zeit gehen damit wieder mehr als 300 Jugendliche mit Hilfe von KTEP zur Schule.

Seit mehr als vier Monaten wird an dem großen Brunnenprojekt gearbeitet, das auf dem neuen KTEP-Gemüsegrundstück entsteht. „Während unseres Familienurlaubs im August konnten wir die Fortschritte persönlich beobachten. Ein Teil der letztjährigen SZ-Weihnachtsaktionsspende wurde auch für dieses Brunnenprojekt verwendet“, berichtet Aurora Kugel, die jedes Jahr mehrere Wochen in ihrer Heimat verbringt. „Noch im Dezember soll das Wasser laufen und die Menschen in der Umgebung werden zusätzlich zu unserem Grundstück mit frischem Wasser versorgt werden können“, ist ihr die Vorfreude anzumerken.

Schlangen umgesiedelt

Das Anfang des Jahres gekaufte landwirtschaftliche Grundstück ist kaum wieder zu erkennen: Es wurde mit einer stabilen Mauer gesichert, das Unterholz komplett geräumt, die dort hausenden Schlangen umgesiedelt und alles zur Bepflanzung vorbereitet. Die bereits vorhandenen großen Bäume mit einheimischen Früchten blieben erhalten. Und: „Einem armen Bauern aus der unmittelbaren Nachbarschaft mit Frau und neun Kindern konnten wir eine kleine Hütte samt Toilette auf dem Grundstück bauen. Seitdem kümmern er und seine Frau sich darum, dass das Grundstück gut gepflegt und auch zum Teil schon bearbeitet wird“, berichtet Reinhold Kugel.

Durch die Berichte in der Schwäbischen Zeitung im vergangenen Jahr über die Reparaturen der Hütten der drei armen Familien in Toril sei eine deutsche Familie zusätzlich animiert worden, die jetzt monatlich einen Zuschuss zum Reiskauf für diese Familien finanziere. Wie berichtet sind die Familien so arm, dass sie sich weder Fleisch noch Reis regelmäßig kaufen können, sondern sich von dem ernähren, was sie anpflanzen.

Matthias Stöckle, ein junger Zahnarzt aus Kressbronn, hat seinen Urlaub in Toril verbracht, um unentgeltlich in der KTEP-Zahnarztklinik zu arbeiten. Und er ist nicht der einzige: Auch 15 junge Leute aus Kressbronn und Umgebung haben als Freiwillige vor Ort im Projekt im Laufe des Jahres mitgearbeitet.

Quelle

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