Beleidigung: Haftstrafe auf Bewährung

Richter-Hammer

Manila, Philippinen – Weil er seine frühere Lebensgefährtin beleidigt und bedroht hat, ist ein 61-jähriger Germeringer vom Amtsgericht Fürstenfeldbruck zu sieben Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Zudem muss der 61-Jährige 800 Euro bezahlen und eine Alkoholberatung aufsuchen.

Der Mann stand vor Gericht, weil er im vergangenen Jahr über das soziale Netzwerk Facebook seine frühere Freundin der Prostitution bezichtigt hatte. Und zwar mit Worten, die die Staatsanwältin als „unterste Stufe“ einschätzte. Zudem hatte er dem Landratsamt angezeigt, dass die Frau ihr Geld damit verdiene. Sie verschwinde regelmäßig für drei bis fünf Tage und komme mit viel Geld zurück. Weit über 15 000 Euro habe sie so bereits in ihre Heimat, die Philippinen, geschickt.

Via Facebook hat er seiner ehemaligen Lebensgefährtin auch gedroht. Er veröffentlichte das Bild eines Messers und schrieb dazu: „Du kennst mein Küchengerät. Das geht ganz schnell.“ Auch ein Bekannter bekam den Zorn des Mannes zu spüren. Der Angeklagte zerstach zwei Reifen dessen Autos.

Auf der Anklagebank war der 61-Jährige weit weniger mitteilsam. Als sein Rechtsanwalt mit Richter und Staatsanwältin vereinbarte, dass er bei einem Geständnis nur eine Bewährungsstrafe zwischen sechs und zehn Monaten zu erwarten habe, räumte er zwar sämtliche Vorwürfe ein. Allerdings ließ er dies seinen Verteidiger erklären. Er selbst sagte dazu nichts. Auch ein Wort des Bedauerns kam ihm nicht über die Lippen.

Ausführlich berichtete er allerdings von seiner schlechten Gesundheit. Vor zwölf Jahren sei er von einem Taxifahrer im Streit um den Fahrpreis attackiert worden. Er habe sich dabei den Fuß gebrochen und bei der nachfolgenden Operation einen multiresistenten Keim eingefangen. Heute sei er zu 90 Prozent schwerbehindert. Zudem habe er in der Vergangenheit häufig getrunken, seit einem Jahr aber gar nichts mehr.

Gegen eine milde Strafe für den 61-Jährigen sprach, dass er bereits 18 Mal vorbestraft war. Die Staatsanwältin plädierte deswegen, ihn für zehn Monate auf Bewährungsstrafe zu verurteilen. Der Rechtsanwalt sprach sich für sechs Monate aus. Der Richter blieb schließlich mit seinem Strafmaß von sieben Monate dazwischen.

Quelle

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