Kleinste Geste kann ein Leben verbessern

Bereits seit gut eineinhalb Jahren setzt sich Mareike Dannemann aus Zavelstein für taubstumme Kinder auf den Philippinen ein. Auch in diesem Jahr möchte sie dort eine Schule unterstützen.

Taubstummen-Zentrum Gualandi

Manila, Philippinen – Mareike Dannemann hat nach ihrem Abitur 2017 ein Jahr auf den Philippinen verbracht, wo sie einen freiwilligen Sozial- und Friedensdienst leistete. Durch dieses freiwillige Jahr habe sie gelernt, wie unglaublich wertvoll ein einziges Lächeln sein kann, und wie gut es uns in Deutschland doch gehe, sagt sie.

Die 19-Jährige studiert inzwischen Psychologie im holländischen Tillburg, ist nach wir vor aber im engen Kontakt mit den Menschen auf den Philippinen, vor allem mit den leitenden Schwestern des Taubstummen-Zentrums Gualandi, in dem sie einige Monate lang gearbeitet hatte. Gualandi liegt in Naga-City, einer Stadt rund 280 Kilometer südöstlich von Manila. Die Taubstummen-Schule selbst liegt im ärmsten Teil der Stadt, im Stadtteil Balatas. „Die meisten Menschen dort leben auf einer Müllhalde und sichern sich ihr Überleben indem sie den Müll durchsuchen“, erzählt Dannemann von den erschreckenden Zuständen vor Ort.

Im vergangenen Jahr organisierte die junge Frau deshalb eine Hilfsaktion, um den Ärmsten der Armen zu Weihnachten eine Freude zu machen. Mit Hilfe von Spenden konnte sie Reis und andere Lebensmittel auf die Philippinen schicken. „Insgesamt 1475 Euro kamen zusammen“, freut Dannemann. „Noch heute sprechen die Menschen in Naga City von der tollen Aktion und sind dankbar für die unerwartete Hilfe“, erklärt die Zavelsteinerin.

Etwas zurückzugeben bedeute ihr sehr viel und sie hoffe, durch ihre Arbeit andere dazu zu inspirieren, etwas Gutes zu tun. „Ich habe gelernt, dass selbst die kleinste Geste oder alleine Zuhören ein ganzes Leben verbessern kann“, sagt sie.

Erneuter Besuch

Im Sommer hat Dannemann die Taubstummen-Schule erneut besucht. Dort haben Dank des Einsatzes der Schwestern, taubstumme Kinder jeden Alters die Möglichkeit, die Woche über zu wohnen und Lippenlesen zu lernen, berichtet Dannemann. So bekommen sie später als Erwachsene die Chance, einen eigenen Beruf zu erlernen und ihre Familien selbst zu ernähren. Möglich sei auch dies nur durch Spenden. Viele der Familien können so ihre Kinder auf diese Schule schicken, die jedoch mittlerweile aus allen Nähten platzt, wie Dannemann erzählt. Waren es anfangs noch zehn Kinder, habe die Schule nun mehr als 50 Schüler.

Ehrgeiziges Projekt

Zudem leben viele der Kinder die ganze Woche in der Schule, da die Eltern nicht genügend Geld haben, um den Schulweg zu bezahlen. Die Klassenzimmer sind mittlerweile zu großen Teilen auch in den Schlafräumen.

Daher haben sich die leitenden Schwestern ein ehrgeiziges Projekt zum Ziel gesetzt. Sie möchten die Schule gerne um einige Klassenzimmer erweitern, Toiletten einbauen und das Gebäude gegen die häufigen Taifune entsprechend festigen, erzählt Dannemann. So bekämen die Kinder auch wieder ihre Schlafräume frei.

Mit einer erneuten Spendenaktion möchte sie die Schule unterstützen, erzählt die Zavelsteinerin.

Die Jungen und Mädchen seien alle begeisterte Schülerinnen und Schüler, fleißig, hilfsbereit und dankbar.

Viele bekommen durch die Schule zum ersten Mal in ihrem Leben eine vernünftige und ausgewogene Nahrung, erfahren liebevolles Miteinander und genießen die Möglichkeit der Kommunikation durch das neu gelernte Lippenlesen und eigenes Sprechen, berichtet Dannemann von ihren Eindrücken aus der Schule.

Spendenaktion

Wer die Kinder und die Taubstummen-Schule Gualandi unterstützen möchte, kann unter der Email-Adresse Spenden-fuer-Philippinen@web.de die Kontodaten erfragen.

Dannemann weist darauf hin, dass diese sich seit der letzten Spendenaktion geändert haben. Wer noch Fragen zum Projekt habe, könne sie direkt über die Emailadresse erreichen.

Quelle

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Philippinen Reise-Handbuch