Adrien Broner – Pacquiaos Gegner mit „Bad-Man“ Image

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Manila, Philippinen – Kurz vor Weihnachten wurde der US-amerikanische Profiboxer aufgrund eines gültigen Haftbefehls festgenommen, später aber angeblich wieder auf freien Fuß gesetzt. Grund für die Verhaftung: Broner soll Gerichtsauflagen, die er aufgrund früherer Rechtsvergehen bekam, nicht erfüllt haben.

Der Vater von 4 Kindern ist in der Vergangenheit immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten, unter anderem wegen Fahren ohne Führerschein, Überschreitung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit und sexueller Belästigung. 2016 – nach dem Sieg gegen Ashley Theophane – stellte sich Broner nach seiner Rückkehr nachhause der örtlichen Polizei in Cincinnati, bei der zwei Haftbefehle gegen ihn vorlagen. „Zeit, mich zu stellen“, postete er bei damals Instagram.
Die Liste von Broners Verfehlungen ist lang und teilweise recht skurril. So soll sich Broner nicht nur vor einem Luxushotel in Miami geprügelt, sondern auch noch einen Security-Mitarbeiter, der den Streit schlichten wollte, in den rechten Arm gebissen haben. Der Fahrdienst Uber hat Broner auf Lebenszeit auf die Liste ungewünschter Personen gesetzt, nachdem der Boxer einen Fahrer terrorisiert hatte. Eine andere Festnahme erfolgte, als die Polizei Adrien Broner in einem Auto mit acht Einschusslöchern stoppte. Später fanden die Beamten 10 Patronenhülsen in der Nähe der Stelle, an der Broner behauptete, beschossen worden zu sein.
Im Januar 2016 wurde Broner wegen eines Streits auf dem Parkplatz einer Bowlingbahn verhaftet. Der Staatsanwalt warf ihm Körperverletzung und schweren Raubüberfall vor. Nachdem Broners Opfer an zwei Gerichtsverhandlungen nicht teilgenommen hatte, wurde die Anklage allerdings fallengelassen. Auch mit dem WBC hatte Broner schon Ärger: nach dem Sieg über Carlos Molina im Mai 2014 ließ er sich noch im Ring zu der Aussage „I just beat the fuck out of a Mexican!“ (etwa „Ich habe gerade die Scheiße aus einem Mexikaner geprügelt!“) hinreißen und wurde wenige Tage später vom Verband wegen des Verdachts auf einen rassistischen Hintergrund dieser Aussage auf unbestimmte Zeit gesperrt.

Keine Frage: „The Problem“ scheint nicht unbedingt ein beliebter Typ zu sein. Dass solche „Imagepflege“ auch nachteilige Folgen haben kann, musste Broner nun schon mehrfach bei seinen Aufenthalten in verschiedenen Gefängnisanstalten erleben. Scham oder Reue scheint der ehemalige mehrfache Weltmeister aber nicht zu kennen, so postete Broner während eines Knastaufenthalts in Ohio sogar seine Gefängnisadresse verbunden mit der Bitte, ihm doch Briefe zu schreiben.

Aktuell sorgt die schlechte Zahlungsmoral von Adrian „The Problem“ Broner für weiteren Ärger: wie Boxen.de schon berichtete, hat der 29-jährige vor einem Jahr zwar kräftig beim New Yorker Juwelier „Pristine Jewelers“ eingekauft, aber wohl nur mit ungedeckten Schecks „bezahlt“. Für seine Einkäufe in Höhe von rund 1,25 Mio. US-Dollar soll Broner nachträglich lediglich 100tsd. Dollar tatsächlich beglichen haben. Der Juwelier hat inzwischen Klage eingereicht und verlangt zusätzlich eine Entschädigung in Höhe von 1 Million Dollar. Bleibt die Frage, warum Broner seine Rechnungen nicht bezahlt hat. Nachdem er ein Angebot von Matchroom Boxing ablehnte, das ihm für 3 Kämpfe eine Garantiesumme von fast 7 Millionen Dollar eingebracht hätte, scheint es dem 29-jährigen finanziell ja nicht allzu schlecht zu gehen.

Doch zurück zu den offenen Forderungen: da der nächste Zahltag mit dem Kampf gegen Manny Pacquiao Broner am 19. Januar in Las Vegas greifbare Nähe gerückt ist, wird sich der New Yorker Juwelier wohl solange gedulden. Bleibt die Frage, wie hoch die Börse von Broner für den Kampf gegen Pacquiao ist. Obwohl der WBA-Weltmeister von den Philippinen mit 39 schon 10 Jahre älter ist, als sein Herausforderer, sehen viele Manny Pacquiao als den Favoriten.

Allerdings hat es Broner schon geschafft, “Pac-Man” und sein Team – zu dem auch der an Parkinson erkrankte Freddie Roach gehört – zu verärgern: bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Los Angeles sagte Broner: „I’m happy you’re bringing Freddie back so we can get this thing shaking.” (Übersetzt etwa: Ich bin froh, dass Du Freddie zurückgeholt hast, damit wir es wackeln lassen können.“)
Die anwesenden Journalisten waren ebenso wie Manny Pacquiao schockiert über Broners Anspielung auf das Muskelzittern, unter dem Trainerlegende Roach aufgrund seiner Parkinson-Erkrankung Krankheit leidet. „The Problem“ Broner dagegen tat so, als sei er sich keiner Schuld bewusst.

Aber auch Manny Pacquiao ist kein unbeschriebenes Blatt, nur die Freundschaft zu Präsident Rodrigo Duterte rettete die nationale Ikone vor Steuerpfändung und Gefängnis, nachdem der Boxer dem Philippinischen Staat mehrere Milliarden Pesos schuldete. Pacquiao sitzt als Senator im philippinischen Kongress und für dieses Amt wird er vom philippinischen Steuerzahler Bezahlt, doch nimmt er sich für Monate langes Training und Kämpfe eine bezahlte Auszeit von der Politik.

Quelle / Redaktion

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