Straßenkinder bekommen ein Dach überm Kopf

Das neue Kinderheim ist bald bezugsbereit, freut sich Mathias Dür.

Just One Touch

Mathias Dür (r.), Obmann von „Just One Touch“, seine Schützlinge und deren Betreuer freuen sich auf den Einzug ins neue Heim.

Manila, Philippinen – „Wir haben es bald geschafft. Unser neues Heim für weitere Straßenkinder ist bald fertiggebaut.“ Mathias Dür freut sich darüber, dass seine Schützlinge demnächst einziehen können. Seit fünf Jahren nimmt sich der 32-jährige HTL-Absolvent und gelernte Automatisierungstechniker aus Hard der Straßenkinder auf der Philippineninsel Mindanao an.

Auf den Philippinen gibt es etwa 1,5 Millionen Kinder, die auf der Straße leben. Viele von ihnen sind drogenabhängig. Die einen sammeln Müll, andere leben vom Betteln, andere vom Stehlen. Mathias Dür bereiste die Philippinen zum ersten Mal 2013 und kehrte tief beeindruckt von den  Begegnungen mit Straßenkindern nach Vorarlberg zurück. Er gründete die Hilfsorganisation „Just One Touch“ und rief Projekte zur Unterstützung von Straßenkindern ins Leben.

Im Armenviertel der Stadt Cagayan de Oro, wo sich Mathias Dür niedergelassen hat, betreut eine Pflegefamilie in einer Bambushütte Buben im Alter von acht bis zwölf Jahren. Zudem hat Mathias Dür ein Heim bauen lassen, das zehn Kinder aufnehmen konnte.

Der Traum des engagierten Vorarlbergers ist es jedoch, mehr Kindern ein Zuhause geben zu können. Dieser Traum geht jetzt in Erfüllung. Mithilfe von Spenden aus Vorarlberg, darunter 25.000 Euro vom Bregenzer Lions Club, entsteht in Cagayan de Oro ein neues Heim mit Platz für acht Kinder. Diese Kinder kommen von der Straße oder von einem Betreuungsplatz der philippinischen Behörden, informiert Mathias Dür. Letzteres sei ihm zufolge eine Art Kindergefängnis. Nach Monaten in dem abgeschlossenen und überwachten Gebäude werden die Kinder wieder entlassen. „Und da es danach keine nachhaltige Betreuung gibt, entscheiden sich die meisten wieder für ein Leben auf der Straße.“ Das bedeutet in den meisten Fällen ein Kreislauf zwischen Straße und Gefängnis, „da, bedingt durch die Armut, auch Straftaten verübt werden“, erklärt Mathias Dür.

„Just One Touch“ hilft solchen Kindern, diesen gefährlichen Kreislauf zu durchbrechen. Mit dem neuen Heim in Cagayan de Oro bietet die Hilfsorganisation weiteren Kindern eine gute Zukunft. Konkret heißt das, die Kinder wachsen in einer Familie mit liebevollen Pflegeeltern heran, haben genug zu essen und erhalten Schulbildung. Wichtig ist auch für Mathias Dür, dass die Kinder wieder Kontakt mit ihren richtigen Familien aufbauen. Dafür engagiert „Just One Touch“ einen Sozialarbeiter.

Das neue Kinderheim ist in der letzten Bauphase und bald bezugsbereit. „Unser Verein ist indes bemüht, weitere Spender, Helfer und Freunde zu finden, die unsere Projekte fördern wollen, um ein wertvoller Teil davon zu sein, eine Zukunft für Straßenkinder aufzubauen“, sagt Vereinsobmann Mathias Dür. Denn „Just One Touch“ braucht finanzielle Unterstützung für den Ausbau bestehender Hilfsprojekte und Betreuungspersonal.

Quelle

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