Leif R. (53) – Anklage wegen Kindesmissbrauchs

Ein 53-jähriger Frankfurter soll mehrfach Sex mit Kindern auf den Philippinen gehabt haben. Ein Tipp aus Amerika brachte die Ermittler auf seine Spur. Nun droht ihm eine hohe Haftstrafe.

Leif-R

Leif R. kommt aus Frankfurt, lebte mehrere Jahre auf den Philippinen und umgibt sich auf Fotos gern mit jungen Asiaten. Im Februar 2018 wollte er wieder dorthin reisen, vermutlich um Kinder zu missbrauchen.

Manila, Philippinen – Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat gegen einen 53 Jahre alten Mann aus Frankfurt Anklage wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie des Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Schriften Anklage erhoben.

Anfang 2018 hatten amerikanische Behörden einen Hinweis an die deutschen Behörden übermittelt, dass ein Unbekannter plane auf die Philippinen zu reisen, um dort sexuelle Handlungen an Kindern vorzunehmen. Die ZIT nahm die Ermittlungen auf und konnte den 53-Jährigen ausfindig machen. Am 17. Januar 2018 erfolgte die Festnahme, seitdem sitzt der Mann in Untersuchungshaft.

Leif-R

Angeblich arbeitete Leif R. bei „HomeforGirls -Sunnylife“, einem seriösen Verein, der Straßenkindern auf den Philippinen helfen will. Dort soll er auch seine Kontakte geknüpft haben.

Ihm wird vorgeworfen in den Jahren 2011 bis 2016 während eines mehrjährigen Aufenthalts auf den Philippinen in mindestens sechs Fällen neun weibliche Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren schwer sexuell missbraucht und von den Missbrauchshandlungen Bildaufnahmen gefertigt zu haben.

In 28 weiteren Fällen soll der Angeschuldigte im Zeitraum von 2009 bis 2015 auf den Philippinen minderjährige Personen im Alter von 14 bis 18 Jahren sexuell missbraucht und ebenfalls Bildaufnahmen der sexuellen Handlungen gefertigt haben. Als Gegenleistung sollen die betroffenen minderjährigen Personen von dem Angeschuldigten Bargeld oder geldwerte Geschenke erhalten haben.

Des Weiteren wirft die Staatsanwaltschaft dem Mann vor, in den Jahren 2011 und 2012 in mindestens drei Fällen ein Kind im Alter von 13 Jahren über eine Video-Session eines Instant-Messaging-Dienstes veranlasst zu haben, sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Der 53-Jährige gab den Opfern dabei Anweisungen und verfolgte das Geschehen per Webcam. Einem Vermittler soll er dafür Geldbeträge in jeweils zweistelliger Höhe überwiesen haben.

In sieben weiteren Fällen soll der Angeschuldigte mit Personen auf den Philippinen verbindlich verabredet haben, ihm Kinder zu vermitteln, um an ihnen sexuelle Handlungen vorzunehmen. Es kam aber nie zu diesen Missbrauchshandlungen, weshalb die Fälle als Versuchsdelikte zählen.

Nach Ansicht des Oberstaatsanwalts Georg Ungefuk, Sprecher des ZIT, könnte es in ein bis zwei Monaten zur Verhandlung vorm Landgericht kommen. Den 53-Jährigen erwartet wohl eine Freiheitsstrafe zwischen zwei und 15 Jahren.

Die Zentralstelle mit Sitz in Gießen hat jährlich mehr als 4000 neue Ermittlungsverfahren. Die meisten davon im Bereich der Kinderpornografie.

Redaktion

 

Print Friendly, PDF & Email